• Es ist das gute Recht einer Gewerkschaft, für ihre Forderungen zu kämpfen und diese per Arbeitsniederlegung durchzusetzen. Und naturgemäß trifft das mitunter unschuldige Kunden: Sie sind der Hebel, über den Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber treffen. Doch der Kampf, den sich die Gewerkschaft Ufo und der Lufthansa-Konzern seit Jahren liefern, hat mit normalen Tarifkonflikten nichts mehr zu tun. Man zerrt sich gegenseitig vor Gericht, spricht sich das Mandat ab, schürt mit Winkelzügen und persönlichen Attacken das gegenseitige Misstrauen. Hier werden die Rechte der Sozialpartnerschaft missbraucht.

  • Bettina Volkens erlebte am vergangenen Donnerstag einen rabenschwarzen Tag. Der gemeinsame Auftritt mit dem Funktionär der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, bereitete der Lufthansa-Personalverantwortlichen sichtbar Unbehagen. Die Annäherung diente damals aber einem guten Zweck, es war eine Schlichtung vereinbart worden, die den Lufthansa-Kunden weitere Streiks ersparen sollte. Weniger als eine Woche später ist der Burgfrieden schon wieder passé, Lufthansa hat die Schlichtung für einen Großteil der anhängigen Themen platzen lassen.

  • Die Lufthansa freut sich. Das Boarding, das Einsteigen der Passagiere, geht jetzt schneller - Wilma hat alle Tests erfolgreich bestanden. Wil-M-A steht für Window (wo da ein L auftaucht, müssen Sie selber rausfinden), Middle und Aisle: Fenstersitz, Mittelsitz, Sitz am Gang. Fluggastproteste waren im Frühjahr, als Wilma eingeübt wurde, nicht zu hören, also scheint ja alles bestens zu funktionieren.

  • Auf dem Rücken Tausender Privatreisender, die über Weihnachten und Silvester Freunde und Familie besuchen, trägt die Flugbegleitergewerkschaft Ufo ihren endlosen Tarifkonflikt mit der Lufthansa aus. Ihr Streik bei Germanwings zwischen den Jahren ist unfair gegenüber den Passagieren und unangemessen in der Sache. Denn beide Seiten hatten einem Schlichtungsverfahren ja schon zugestimmt. Während einer Schlichtung zu streiken, ist völlig unüblich.