Foto: © Oliver Roesler / Lufthansa Bildarchiv, FRA CI/P
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Bettina Volkens erlebte am vergangenen Donnerstag einen rabenschwarzen Tag. Der gemeinsame Auftritt mit dem Funktionär der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, bereitete der Lufthansa-Personalverantwortlichen sichtbar Unbehagen. Die Annäherung diente damals aber einem guten Zweck, es war eine Schlichtung vereinbart worden, die den Lufthansa-Kunden weitere Streiks ersparen sollte. Weniger als eine Woche später ist der Burgfrieden schon wieder passé, Lufthansa hat die Schlichtung für einen Großteil der anhängigen Themen platzen lassen.

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Die Reaktion der Airline-Verantwortlichen ist verständlich, hatte sich die Gewerkschaft doch nicht darauf eingelassen, für die Dauer der Schlichtung Streiks in allen Lufthansa-Flugbetrieben auszuschließen. Volkens und ihre Kollegen mussten befürchten, dass es bei Lufthansa-Cityline oder Eurowings weiter zu Arbeitsniederlegungen kommt, was auch den Flugbetrieb bei der Kernmarke belastet hätte, für die verhandelt wird.

Grundsätzlich aber gilt, dass das Geschachere zwischen Lufthansa und Ufo schon lange über die üblichen Streitereien in einem Tarifkonflikt hinausgeht. Daran ist auch die Lufthansa nicht unschuldig, die in dem Konflikt mehrmals vor Gericht zog, wochenlang Verhandlungen verweigerte und einen Gewerkschafter vor die Tür setzte. Außerdem legte das Management einen Zickzackkurs hin, der seinesgleichen sucht. Erst wurde nicht verhandelt, weil die Gewerkschaft von einem nicht rechtmäßig bestellten Vorstand vertreten wird, gerade ist es wieder wurscht mit der Rechtmäßigkeit. An einem Morgen zog Lufthansa vor Gericht, um einen Streik zu verhindern, am Abend des gleichen Tages versuchte Konzernchef Carsten Spohr, Gewerkschaftsvertreter bei einem Spitzengespräch zu umgarnen - Zuckerbrot und Peitsche. Während Spohr vor wenigen Jahren bereit war, eine Streikwelle der Piloten auszusitzen und für seine Beharrlichkeit viel Lob bekam, wirkt er im aktuellen Tarifkonflikt eher planlos und überließ das Feld zu lange Kollegin Volkens.

Für die Personalvorständin könnte die Luft angesichts der Gemengelage in diesem Tarifstreit dünn werden. Zu ihrer Verteidigung muss gesagt werden, dass in kaum einem anderen deutschen Unternehmen mit so vielen mächtigen Spartengewerkschaften gerungen werden muss und zudem Ausstände weitreichende Folgen haben, weil es nur wenige Streikende braucht, um weite Teile des Flugbetriebs lahmzulegen. Um Volkens' Job dürfte sich daher kaum jemand reißen, das sichert ihr zunächst den Verbleib.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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