• Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sieht eine Lockerung des Pflichtzölibats in der katholischen Kirche als Ausdruck einer legitimen Dezentralisierung. "An einer Frage wie der Priesterweihe für verheiratete Männer wird sich jetzt entscheiden, wie konkret das werden darf", sagte Kohlgraf dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe und Online). Auf der am Montag (6. Oktober) in Rom beginnenden Amazonas-Synode soll unter anderem über die Möglichkeit der Priesterweihe für verheiratete Männer gesprochen werden. Papst Franziskus hat in dieser Frage Offenheit signalisiert. "Ich hielte verheiratete Priester in bestimmten Regionen weder für einen Angriff auf die Weltkirche noch auf das Priesteramt generell", betonte Kohlgraf.

  • So deutlich war US-Notenbankchef Jerome Powell selten. Nach seinem jüngsten Auftritt vor dem Kongress können eigentlich kaum noch Zweifel daran bestehen, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed in drei Wochen den Geldhahn aufdrehen und die erste Zinssenkung seit mehr als zehn Jahren beschließen wird. Alles andere würde nicht nur Kursstürze an den Märkten auslösen. Insbesondere würde der Verzicht auf eine monetäre Lockerung das Vertrauen in die Transparenz der Notenbank erschüttern, die seit Jahren versucht, ihre Absichten deutlicher zu kommunizieren.

  • Geschichte wiederholt sich doch - und im Fall des vorzeitigen Abgangs von Sabine Lautenschläger aus dem EZB-Direktorium sogar in doppelter Hinsicht: Anfang 2014 war die Deutsche quasi über Nacht in die EZB-Chefetage aufgerückt, nachdem ihr Vorgänger Jörg Asmussen aus persönlichen Gründen Hals über Kopf hingeschmissen hatte - und nun wählt sie einen ähnlich spontan-spektakulären Abgang. Und genauso wie der Amtsantritt von EZB-Chef Mario Draghi Ende 2011 zusammenfiel mit dem Rücktritt von Jürgen Stark aus Protest gegen die EZB-Krisenpolitik, so wird Draghis Abschied zum 31. Oktober nun begleitet vom Lautenschläger-Abgang. Ein Hammer, wie es auch in Teilen der EZB heißt.