Sonntag, 09 Aug 2020
  • Mit einer unterirdischen Performance, enttäuschten Erwartungen der Stakeholder und in dementsprechend miesepetriger Stimmung lässt sich schlecht Jubiläum feiern. Deshalb trifft es sich prima, dass die Commerzbank nun durchaus eindrucksvoll demonstriert hat: Es geht auch anders. Und zwar gerade rechtzeitig, bevor sich am 26. Februar zum 150. Mal der Gründungstag der "Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg" jährt. Die Börse hat zwar mitnichten immer recht, aber nehmen wir die Kursreaktion vom Donnerstag - ein Sprung um fast 9 Prozent auf 6,43 Euro - einmal wohlwollend für bare Münze, dann haben die von den Gelben vorgelegten Zahlen für 2019, ihr Ausblick und die Strategie den Markt offenbar zumindest fürs Erste überzeugt.

  • Deutsche Bank, Commerzbank und jetzt auch noch Unicredit: Während sich aus Sicht der Banken ein weiteres enttäuschendes Jahr dem Ende zuneigt, zückt ausgerechnet eines der wenigen verbliebenen, international vorzeigbaren Geldhäuser, die Europa noch zu bieten hat, schon wieder den Rotstift. Auf dem Kapitalmarkttag in London kündigte der kürzlich erst in Frankfurt zum europäischen Banker des Jahres gekürte Vorstandschef Jean Pierre Mustier drastische Sparmaßnahmen an. Um die Aktionäre mit höheren Ausschüttungen bei Laune zu halten, sollen 8000 Stellen und 500 Filialen in Westeuropa weichen.

  • Der Deutschen Bank und der Commerzbank stehen angesichts der Fusionspläne massive Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft bevor. Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet eine "intensive und möglicherweise hochkontroverse Diskussion in beiden Banken", wie er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagausgabe) sagte. "Dass wir da gefordert sind, ist sonnenklar."

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