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Das ist nicht fair!

Das Gesetz der menschlichen Natur

Jeder hat schon Leute streiten gehört. Manchmal ist es amüsant und manchmal kann es sehr unangenehm sein zuzuhören. Jedoch kann man sehr viel von solch einem Streit lernen, wenn man sorgfältig auf die Dinge achtet die gesagt werden. Was nun wirklich interessant ist an den Bemerkungen die gemacht werden während Menschen sich streiten ist, dass sie nicht nur unzufrieden sind mit dem Verhalten von dem anderen, sondern auch, dass sie an einem Verhaltensstandart appellieren von dem sie erwarten, dass der anderen ihn kennt.

Geschrieben von G.A. Hokamp am . Veröffentlicht in Andersdenkend.
Man würde einen Mann ja auch nicht als besonders menschlich anschauen, weil er aufgehört hat Mausefallen aufzustellen, wenn er glaubt, keine Mäuse mehr im Haus zu haben.
Foto: Joeyy Lee

Jeder hat schon Leute streiten gehört. Manchmal ist es amüsant und manchmal kann es sehr unangenehm sein zuzuhören. Jedoch kann man sehr viel von solch einem Streit lernen, wenn man sorgfältig auf die Dinge achtet die gesagt werden. Was nun wirklich interessant ist an den Bemerkungen die gemacht werden während Menschen sich streiten ist, dass sie nicht nur unzufrieden sind mit dem Verhalten von dem anderen, sondern auch, dass sie an einem Verhaltensstandart appellieren von dem sie erwarten, dass der anderen ihn kennt.

Denken wir einfach einmal über folgende Bemerkungen nach:

„Wie würdest Du es mögen, wenn jemand dies zu Dir tun würde?“ „Dies ist mein Sitz, ich war hier zuerst!“ „Lass Ihn in Ruhe, er tut niemanden etwas!“ „Gib mir ein wenig von Deiner Frucht, ich habe Dir auch von meiner gegeben!“ „Du hast es versprochen!“ „Das ist nicht fair!“

Menschen gebrauchen diese Dinge jeden Tag, intellektuelle genauso wie ungebildete, Kinder genauso wie Erwachsene. Beim Streiten wird viele Male an einen Standard appellieren und erwartet, dass andere sich nach diesem Standard verhalten sollten. Und meistens wird der Andere nicht zustimmen und wird sagen, dass was gemacht wurde ist nicht wirklich gegen diesen Standard, oder wenn es ist, dass dort ein besonderer Umstand existierte den Standard nicht zu berücksichtigen. Um genau zu sein, es sieht so aus als ob beide Parteien in dem Streit ein gewisses Gesetz oder eine Regelung für Fairness, anständiges Verhalten, Moralität oder was immer man es nennen will, zugrunde legen, welche beiden Seiten anerkennen sollten. Sie glaube dies, denn wenn es nicht so wäre, würden sie wie Tiere kämpfen, aber könnten nicht im menschlichen Sinne streiten. Die Bedeutung von Streiten ist zu versuchen, einem anderen zu zeigen das er unrecht hat. Es würde deshalb kein Sinn darin bestehen dieses zu versuchen, wenn es nicht eine Übereinstimmung gäbe über was Richtig und Falsch ist. Genau wie kein Sinn darin bestehen würde zu sagen, dass ein Fußballspieler gefault hat ohne, dass dort eine Übereinstimmung zu den Regeln von Fußball währe.

Jeder Mensch ist jederzeit Subjekt zu verschiedenen Sätzen von Gesetzen, aber es gibt nur ein Gesetz welches er frei ist, nicht zu befolgen.

Als ein Körper ist er Subjekt zu Gravitation und kann sie nicht ignorieren. Wenn man ihm ungesichert in der Luft lassen würde, hätte er nicht mehr eine Wahl zu fallen als ein Stein haben würde. Als ein Organismus ist er Subjekt zu verschieden biologischen Gesetzen die er zu befolgen hat wie jedes andere Tier auch. Das bedeutet, dass die Gesetze die er mit anderen gemeinsam hat nicht von ihm gebrochen werden können, aber dass das Gesetz das eigen zu seiner menschlichen Natur ist, das Gesetz welches er nicht mit Tieren, mit Pflanzen, oder anderen unorganischen Substanzen gemeinsam hat, von ihm gebrochen werden kann, wenn er sich entscheidet so zu tun. Dieses Gesetz wird das Gesetz der menschlichen Natur genannt, weil Menschen denken, dass jeder es bei Natur kennen sollte und es nicht beigebracht werden muss. Natürlich meint dies nicht, dass man nicht die ein oder andere ungewöhnliche Person findet, die es nicht kennt, sowie man auch Leute findet die farbenblind sind oder kein Gehör für Musik haben. Aber wenn man die Menschheit als ein Ganzes nimmt, sollte man annehmen, dass die menschliche Idee von anständigen Verhalten für jedermann sehr klar ist. Auf der anderen Seite, wenn dies falsch wäre, dann wären all die Dinge die wir über Krieg sagen Unsinn. Was ist der Sinn im Sagen, dass ein Feind im Unrecht ist, ohne das Recht eine wirkliche Sache ist, welches Leute wie die Nazis im 2. Weltkrieg und unsere heutigen Terroristen im Grunde kennen und befolgen sollten. Wenn sie keine Ahnung davon hätten was mit Richtig oder Recht gemeint ist, würden wir sie natürlich immer noch bekämpfen, aber wir könnten sie nicht mehr dafür verantwortlich halten, als wir sie für die Größe ihrer Füße oder die Farbe ihrer Haare verantwortlich halten können.

Einige glauben, dass das Gesetz der menschlichen Natur oder anständigen Verhaltens welches zu Allen bekannt sein sollte, nicht stichhaltig ist, weil in unterschiedliche Zivilisationen und in unterschiedliche Zeitalter Menschen ziemlich unterschiedliche Moralvorstellungen hatten. Aber das ist nicht wahr, denn es wäre, als wenn wir uns ein fernes Land oder eine vergangene Zeit vorstellen würden, in dem Leute dafür bewundert wurden weil sie vom Kampf davon gerannt sind, oder in dem jemand stolz darauf ist, die Leute zu hintergehen, die am anständigsten zu ihm sind. Wir könnten dann einfach auch versuchen uns ein Land oder eine Zeit vorzustellen wo 2 und 2 fünf machen. Menschen haben schon immer unterschiedliche Einstellungen darüber gehabt, zu wem sie selbstlos sein sollten, ob es nur zu ihrer eigenen Familie sein soll, zu ihren Landsleuten, oder zu allen Menschen. Aber Menschen haben immer darüber übereinstimmt, dass sie sich nicht vor andere stellen sollten. Selbstsucht ist niemals bewundert worden. Männer haben schon immer unterschiedliche Auffassungen darüber gehabt ob man zu einer oder zu vier Frauen verheiratet sein kann, aber sie haben immer übereingestimmt in ihrem Denken, dass man nicht einfach jede Frau haben kann die man will.

Eine Nation könnte sagen das Verträge oder Pakte keine Wirkung haben, aber im nächsten Moment vernichten sie ihren Fall indem sie sagen, dass ein gewisser Pakt den sie brechen wollen ein unfairer ist. Aber wenn Pakte keine Rolle spielen, und wenn dort nicht so etwas wie Richtig und Falsch ist, in anderen Worten, wenn dort kein Gesetz der menschlichen Natur ist, was für einen Unterschied ist dort zwischen einem fairen und unfairen Pakt? Wenn wir nicht an anständiges Verhalten glauben, warum sollten wir so besorg darum sein, Entschuldigungen zu machen für unser nicht anständiges Verhalten. Die Wahrheit ist, dass wir an Anständigkeit glauben, dass wir das Gesetz auf uns eindrücken fühlen können, sodass wir es nicht ertragen können, es zu brechen und deshalb versuchen die Verantwortung wegzuschieben. Darum sehen wir, dass wir nur für unser schlechtes Verhalten die unterschiedlichsten Entschuldigungen finden. Es ist nur unsere schlechte Laune die herauskommt wegen Müdigkeit, Sorgen, oder Hunger. Unsere gute Laune ist natürlich von uns selbst.

Hier sind zwei Punkte die zu machen sind.

Erstens: Menschen in der ganzen Welt haben diese interessante Idee, dass sie sich in einer gewissen Weise verhalten sollten, und sie können sich auch nicht so recht von dieser Idee trennen.

Zweitens: Diese Menschen verhalten sich nicht wie sie denken sie sollten. Sie kennen das Gesetz der menschlichen Natur, und sie brechen es trotzdem. Dieses sind die zwei Fakten welche das Fundament jeglichen klaren Denkens über uns und das Universum in dem wir leben, sind.

Einige Bedenken …

Nehmen wir einmal an, dass wir einen Hilfeschrei von jemand in Gefahr hören. Man wird höchstwahrscheinlich zwei Impulse fühlen. Durch unseren Herden Instinkt werden wir den Wunsch fühlen zu helfen, aber durch unseren Selbsterhaltungstrieb werden wir auch den Wunsch fühlen uns aus der Gefahr zu begeben. Man wird dann aber auch etwas Zusätzliches zu diesen zwei Instinkten fühlen, ein drittes Etwas, welches uns sagt den Instinkt zu helfen nachzugehen und welches den Impuls wegzurennen unterdrückt. Nun dieses Etwas welches zwischen diesen beiden Instinkten entscheidet und einen davon ermutigt, kann natürlich nicht eines dieser Instinkte sein. Genauso wenig wie ein Notenblatt welches uns sagt wann wir eine gewisse Note auf einem Klavier zu spielen haben, selbst eine Note auf der Tastatur sein kann. Das Gesetz der Moral gibt uns die Melodie zu spielen, wobei unsere Instinkte nur die Noten und die Tasten sind. Wenn zwei Instinkte im Gegensatz zueinander sind, muss der stärkere immer gewinnen. Aber in Momenten wo in uns das Gesetz der Moral am stärksten zu Bewusstsein kommt, wird es normalerweise unsere Entscheidung immer dazu beeinflusst den schwächeren Instinkt zu folgen.

Falls das Gesetz der Moral eines unsere Instinkte wäre, müssten wir in der Lage sein diesen Impuls in uns herauszufinden, welcher immer als was wir Gut bezeichnen ist, und welcher immer in Übereinstimmung mit der Regel für richtiges Verhalten ist. Leider können wir diesen Impuls nicht unter unseren Instinkten finden. Wir werden keinen Impuls in uns finden welcher das Gesetz der Moral nicht manchmal unterdrückt und kein Impuls welchen es nicht manchmal ermutigt. Wir können wieder an das Klavier denken. Es hat nicht zwei Arten von Noten, Falsche und Richtige. Jede einzelne Note ist richtig zu einer gewissen Zeit und Falsch zu einer anderen Zeit. Das Gesetz der Moral ist nicht ein Instinkt oder ein Satz von Instinkten in uns. Es ist etwas welches eine Melodie macht, die Melodie welche wir Güte oder richtiges Benehmen nennen und welche durch unsere Instinkte gelenkt wird.

Wir lernen die Regeln für anständiges Verhalten und Benehmen von Eltern und Lehrern, von Freunden und von Büchern, genauso wie wir auch alles andere auch lernen. Aber einige Sachen die wir lernen sind nur Anstandsregeln welche anders sein könnten – wir lernen auf der rechten Seite der Straße zu fahren, aber es könnte auch die linke Seite sein – hingegen andere der Sachen welche wir lernen, wie z.B. Mathematik, sind wirkliche Wahrheiten. Die Frage ist zu welcher Klasse gehört das Gesetz der menschlichen Natur? Wenn man über die Unterschiede in der Moralität zwischen unterschiedlichen Personen nachdenkt, macht man sehr einfach den Fehler die Moralität einer Person als besser oder schlechter zu empfinden, verglichen zu einer anderen Person. Haben Veränderungen sich wirklich als Verbesserungen herausgestellt? Wenn nicht, dann könnte es natürlich niemals irgendwelchen moralischen Fortschritt geben. Weil Fortschritt meint nicht nur Veränderung, aber Veränderung zum Besseren. Wenn kein Satz moralischer Ideen wahrer oder besser ist als ein anderer, dann würde dort kein Sinn darin bestehen zivilisierte Moralität vor wilder Moralität zu bevorzugen. Durch die Tatsache, dass man sagt, dass ein Satz moralischer Ideen besser sein könnte als ein anderer, misst man beide bei einem Standard, und erklärt, dass eine der moralischen Ideen näher an diesen Standard herankommt als die andere. Dennoch ist der Standard bei dem beide gemessen werden, etwas anderes als beide Ideen selbst. Was man wirklich macht ist, dass man sie zu einer wahren Moralität vergleicht, und anerkennt, dass eine solche Sache wie ein wahres Richtig existiert, unabhängig von was Leute denken; dass die Ideen einiger Leute näher an das wirklichen Richtig herankommen als die Ideen anderer. Der Grund dafür, dass die eine Idee über New York mehr richtig sein kann als eine andere, ist weil New York ein richtiger Platz ist und unabhängig davon existiert was jemand darüber denkt. Wenn also unterschiedliche Leute über New York reden, ist es nur „Die Stadt die sie sich als New York vorstellen.“ So wie kann dann jemand eine wahrere Idee über New York haben als ein anderer?

Vor 400 Jahren haben Menschen in Europa Hexen zu Tode gebracht. War das etwas was wir das Gesetz menschlicher Natur oder richtigen Verhaltens nennen? Natürlich ist heute der Grund, weil wir keine Hexen mehr umbringen, dass wir als Gesellschaft nicht mehr an solche Dinge glauben. Hier sind keine Unterschiede in moralischen Prinzipien. Der Unterschied ist einfach eine Sache von Fakten. Es ist vielleicht ein großer Fortschritt in Wissen, nicht an Hexen zu glauben, aber es ist kein moralischer Fortschritt in nicht Umbringen von Hexen, wenn man glaubt, dass keine mehr existieren. Man würde einen Mann ja auch nicht als besonders menschlich anschauen, weil er aufgehört hat Mausefallen aufzustellen, wenn er glaubt, keine Mäuse mehr im Haus zu haben.

Die Wirklichkeit des Gesetzes …

Man könnte sagen, dass was wir das Brechen von dem Gesetz von Richtig und Falsch oder der menschlichen Natur bezeichnen, heißt eigentlich nur, dass wir Menschen nicht Perfekt sind. Und warum sollten wir auch erwarten dieses zu sein?

Quelle: zf/gah

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