Samstag, 31 Okt 2020
Es kommt zu Diskussionen und sogar zu Aggressivität gegenüber Beschäftigten.
Es kommt zu Diskussionen und sogar zu Aggressivität gegenüber Beschäftigten. Foto: 5239640 / CC0 (via Pixabay)
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Vier Wochen nach dem Ende des Besuchsverbots in den NRW-Pflegeheimen kommt es nach Auskunft von Heimträgern immer häufiger zu Konflikten mit Angehörigen. Sie beklagen, dass Besucher vermehrt Schutzregeln nicht mehr einhielten. Es komme zu Diskussionen und sogar zu Aggressivität gegenüber Beschäftigten, sagte Hans Peter Knips, Landesbeauftragter des Verbandes privater Anbieter sozialer Dienste, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagsausgabe). "Wir haben oft verbale Auseinandersetzungen mit Angehörigen, die bis an die Grenze des Ertragbaren gehen." Er warnt: Auch wenn Infektionszahlen zurückgingen, seien die Heime immer noch in Habachtstellung: "Wenn wir das Virus einmal im Haus haben, ist das ein Dammbruch."

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Foto: Bernd Marczak

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Helmut Wallrafen, Vorstand des Verbandes der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen in NRW, ergänzte gegenüber der WAZ, es gebe einerseits sehr vorsichtige Besucher, aber anderseits auch jene, denen Schutzregeln völlig egal seien. "Die Tendenz, uns saftige Beschwerdebriefe zu schreiben oder Mitarbeiter vor Ort anzugehen, weil man auf den Sicherheitsabstand hinweist, nimmt zu." Die Heime stellten Masken, die anfangs Mangelware waren und inzwischen sogar abgelehnt würden.

Angehörige beklagen ihrerseits, dass viele Heime ihnen den Zugang verwehrten, obwohl Besuche unter Auflagen des Landes seit Anfang Mai möglich sind. Träger der freien Wohlfahrt werben für Verständnis: Die Caritas NRW unterstreicht, dass der Spagat zwischen dem Schutz aller Heimbewohner und ihrer Selbstbestimmung eine große Herausforderung sei. "Wir wollen unsere Bewohner nicht einschränken, aber die Verantwortung für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen liegt bei den Heimen", sagte ein Sprecher.

Das Land NRW hat auf die Situation reagiert und am Freitag eine Dialogstelle eingerichtet, um Konflikte in Pflegeheimen zu befrieden.

Quelle: ots/Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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