Donnerstag, 09 Jul 2020
Jeremias Thiel
Jeremias Thiel Foto: © Andreas Hornoff / Piper Verlag
 1-2 Minuten Lesezeit  264 Worte im Text  vor 116 Tagen

Aus der Hartz-IV-Falle in den Deutschen Bundestag: So stellt sich der junge Buchautor Jeremias Thiel seinen weiteren Lebensweg vor. "Mein absoluter Traum ist es, einmal SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Kaiserslautern zu werden, um meine Ideale auch real umzusetzen", sagte der 18-jährige Student im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Wochenendausgabe).

Die Bedenken vor Überwachung sind groß.
Foto: Omni Matryx

Gefährliche Verschwörung

Thiel hat seine bisherige Lebensgeschichte in dem Buch "Kein Pausenbrot, keine Chance, keine Kindheit" niedergeschrieben, das an diesem Montag im Piper-Verlag erscheint. Dort schildert er, wie er als Elfjähriger zum Jugendamt seiner Heimatstadt Kaiserslautern ging, um sich aus dem Leben in der Familie langzeitarbeitsloser und psychisch kranker Eltern zu befreien. Mit Hilfe von Behörden und durch Stipendien konnte Thiel, der zunächst in einem SOS-Kinderdorf unterkam, das Abitur machen und im Herbst 2019 sein Politik-Studium an einem College im US-Bundesstaat Minnesota aufnehmen.

Im Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht Thiel über die große Kraft, die es ihn bis heute kostet, sich aus den ärmlichen Verhältnissen seiner Familie zu befreien: "Ich wusste immer, dass ich die Extra-Meile gehen muss, um ernstgenommen zu werden." Auch jetzt sei er nie sicher, wie er sein Leben finanzieren könne: "204 Euro Kindergeld reichen jedenfalls nicht. Und da ist keine Familie, die mal gerade etwas zuschießen kann. Armut bleibt kleben."

Leidenschaftlich plädiert Thiel in der Frankfurter Rundschau für eine bessere Unterstützung arbeitsloser Menschen. "Sie erhalten viel zu wenig Förderung und staatliche Unterstützung, und ihnen fehlt es an Möglichkeiten, ihre Potenziale zu entfalten." Vor allem Kinder müssten "Möglichkeiten haben, aus ihrem Umfeld wenigstens zeitweise herauszutreten" - etwa durch eine eigene Kindergrundsicherung.

Quelle: ots/Frankfurter Rundschau
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