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Frühkindliche Bildung ernst nehmen

Foto: Skitterphoto / CC0 (via Pixabay)

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Frühkindliche Bildung ernst nehmen

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Im Alltag heißt das: Sehr häufig ist eine Erzieherin allein verantwortlich für eine Gruppe mit manchmal 20 Kindern zwischen drei und sechs Jahren. Leicht auszumalen, was das bedeutet. In einem solchen Fall kann es schlicht nur darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben. An ein qualifiziertes Angebot, gar ein Bildungsangebot, ist überhaupt nicht zu denken. Viele Städte haben in ihren Kitas selbst das ohnehin spärliche Vorbereitungsprogramm für Vorschulkinder abgeschafft.

Dass es Klagen über mangelnde Kenntnisse der Abc-Schützen gibt, die zum Teil nicht einmal einen Stift richtig halten könnten, kann kaum verwundern. Noch ärger trifft es die Allerkleinsten. Sie sind auf klare Strukturen und feste Bezugspersonen angewiesen. Wenn aber in einer Kita Personalmangel herrscht, ist all das nicht gegeben. Dass die frühkindliche Bildung noch immer so sehr vernachlässigt wird, kann sich eine Industrienation wie Deutschland nicht leisten.

Nun will die schwarz-gelbe Landesregierung im Rahmen des neuen Kinderbildungsgesetzes 1,3 Milliarden Euro zusätzlich ins System pumpen. Das ist gut, aber offenkundig nicht ausreichend. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sollte die Bedenken der kirchlichen Träger und Wohlfahrtsverbände ernst nehmen. Wenn etwa der Berechnung der Sachkosten ein veralteter Warenkorb zugrunde liegt, muss schleunigst nachgebessert werden.

Entscheidend zum Guten wenden wird sich die Situation in den Kitas aber erst, wenn Erzieher besser bezahlt werden. Angebot und Nachfrage regeln den Preis - das muss im Grundsatz auch für den Arbeitsmarkt der Erzieher gelten.



Quelle: ots/Rheinische Post
229 Wörter im Bericht.

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