Sonntag, 25 Okt 2020
Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann Foto: Ralf Roletschek / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)
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Nur ein Bruchteil der einkommensschwachen Familien in Sachsen-Anhalt nutzt die Finanzhilfen der Bundesregierung für mehr gesellschaftliche Teilhabe. Die Gründe dafür sehen Sozialpolitiker in Informationslücken bei der Bevölkerung und der Komplexität der Anträge, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). Grüne und Linke forderten deshalb einen Systemwechsel. Sie wollen eine pauschale Grundsicherung für alle Kinder statt den jetzigen Einzelzahlungen auf Antrag. "Der Versuch, Kinderarmut über einzeln zu beantragende Leistungen zu reduzieren, ist gescheitert", sagte Sachsen-Anhalts Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann der Zeitung.

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Foto: noelsch / CC0 (via Pixabay)

Mietendeckel ist ein Signal an renditeorientierte Wohnungswirtschaft

Hintergrund sind neue Zahlen zum Teilhabepaket der Bundesregierung, das staatliche Zuschüsse für Vereinsmitgliedschaften, Musikunterricht oder Ausflüge enthält. In Sachsen-Anhalt kommen die Zuschüsse nur bei jedem zehnten Kind an, dass Anspruch hätte. Damit gehen neun von zehn anspruchsberechtigten Kindern leer aus. Das hatte der Paritätische Gesamtverband für Kinder in Sachsen-Anhalt zwischen sechs und 15 Jahren ermittelt. Sie alle leben in Familien, die Hartz-IV beziehen. Das Landessozialministerium teilte der Zeitung mit, die Zahlen seien nur bedingt aussagekräftig und lediglich ein Ausschnitt. CDU-Sozialpolitiker Tobias Krull betonte mit Blick auf die geringen Abrufzahlen bedürftiger Familien: "Eine intensivere Informationspolitik ist augenscheinlich erforderlich."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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