#zeitfokus.

Donnerstag, 28 Mai 2020
Die britische Flybe hat ihren Betrieb eingestellt.
Die britische Flybe hat ihren Betrieb eingestellt. Foto: Thomas de LUZE
 1-2 Minuten Lesezeit  354 Worte im Text  vor 83 Tagen

Die Coronakrise fordert ein erstes Opfer unter den Airlines, die britische Flybe hat ihren Betrieb eingestellt. Zu leiden haben Fluglinien weltweit, die Angst vor Ansteckung beschert ihnen wegbrechende Buchungen, leere Flugzeuge und einen stark ausgedünnten Flugplan. Als vorläufig letzte Maßnahme strich die Lufthansa gestern alle Flüge nach Israel, nachdem das Land Einreiseverbote unter anderem für Deutsche und Österreicher verhängt hatte.

empty alt
Foto: thisguyhere / CC0 de (via Pixabay)

NRW: 16 Prozent mehr Missbrauchsfälle und 67 Prozent mehr Kinderpornoverfahren im vergangenen Jahr

Der Luftfahrtverband IATA rechnet derzeit im schlimmsten Fall mit einem Umsatzschwund von 113 Mrd. Dollar im laufenden Jahr. Im Dezember war von Passagiererlösen von insgesamt 581 Mrd. Dollar ausgegangen worden, so dass nun fast 20 Prozent als gefährdet gelten. Angesichts dieser Entwicklung wird die Coronakrise sicher auch tiefe Spuren in der Ergebnisrechnung der Airlines hinterlassen. Das gilt auch für Lufthansa, die derzeit rechnerisch rund 20 Prozent ihrer Flotte am Boden stehen hat.

Für eine tödliche Mischung sorgt die Coronakrise bei den Fluglinien, die bereits zuvor in schlechter Verfassung waren. Flybe konnte vor einigen Wochen trotz finanzkräftiger Eigentümer nur dank der Unterstützung durch die britische Regierung gerettet werden. Auch dem Billigflieger Norwegian, der nun sein Ergebnisziel kassieren musste, fehlt nach einer teuren Expansion seit Jahren eine stabile Fluglage. Gleiches gilt für die insolvente Alitalia, die nur dank einer Dauerinfusion durch den italienischen Staat am Leben gehalten wird und händeringend nach neuen Investoren sucht. Unternehmen wie diese könnten, sollte die Epidemie noch wochen- oder monatelang für schwindendes Geschäft sorgen, akut existenzgefährdet sein.

Fluglinien wie Lufthansa, British Airways, Ryanair oder Easyjet dagegen werden zwar Umsatz- und Ergebniseinbußen erleiden, könnten am Ende aber gestärkt aus der Krise hervorgehen. Denn die Entwicklung der Branche wird seit Jahren durch Überkapazitäten belastet, die viele Unternehmen, koste es, was es wolle, auf den Markt werfen. Wer irgendwann massenhaft Flugzeuge bestellt hat, muss diese nun auf Teufel komm raus füllen, zumal, wenn Monat für Monat Leasingraten bezahlt werden müssen. Das heizt schon lange den Preiskampf an, der an den Ergebnissen aller Firmen zehrt.

Nun könnte die Coronakrise die ersehnte Konsolidierung beschleunigen. Die schwächere Verfassung der Branche insgesamt sorgt womöglich für so viel Zurückhaltung und Vernunft, dass nicht jede Lücke sofort geschlossen wird. Davon würden die profitieren, die übrig bleiben.

Quelle: ots/Börsen-Zeitung
#mehrNachrichten
Unter-den-Linden, Berlin, 3. Juni 1945
Foto: No 5 Army Film & Photographic Unit, Hewitt (Sgt) / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Die Grenzen der Befreiung

Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung: Das ist die Kernaussage in Richard von Weizsäckers großer Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes in Europa 1985. Auch heute, 75 Jahre nach der deutschen...
Der Open-Skies-Vertrag erlaubt den Vertragsstaaten eine bestimmte Zahl an Aufklärungsflügen im Luftraum der anderen.
Foto: 12019 / CC0 (via Pixabay)

US-Kündigung des Open-Skies-Vertrag

US-Präsident Donald Trump und seine Abnicker im Außen- und Verteidigungsministerium haben entschieden, dass sich die USA aus dem Open-Skies-Vertrag zurückzuziehen. Er erlaubt den Vertragsstaaten...
Auch Privataktionäre werden sich überlegen müssen, ob sie ihr Investment umschichten.
Foto: dmkoch / CC0 (via Pixabay)

Eine Frage der Bewertung

Pandemie hin, Wirtschaftskrise her: Siemens zieht die Zerlegung des Konzerns durch. Das Management bucht den Aktionären im September Anteilscheine des neuen Unternehmens Siemens Energy ins Depot....
Es sei "absolut vorbildlich, wie sich die junge Generation seit inzwischen mehr als zwei Monaten verhält.
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Habeck fordert Wahlrecht mit 16 als Anerkennung für "politische Reife" in Corona-Zeit

Grünen-Chef Robert Habeck hat das Verhalten von Jugendlichen in der Corona-Zeit gelobt und will sie durch ein Wahlrecht ab 16 Jahren stärker beteiligen. Es sei "absolut vorbildlich, wie sich die...
Christian Lindner
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

FDP-Chef Lindner gehen Lockerungen nicht schnell und weit genug

FDP-Parteichef Christian Lindner gehen die angekündigten Lockerungen in der Corona-Krise nicht schnell und nicht weit genug. "Es wäre jetzt richtig, ohne falsche Zögerlichkeit alle Beschränkungen zu...
Wenn die Behörden jetzt verstärkt Gäste kontrollieren, ob sie sich korrekt eintragen, ist das richtig.
Foto: Pexels

Verantwortung für Gäste und Wirte

Unter falschem Namen zu reisen, zu speisen, sich einzutragen und anzumelden, war schon immer ein Fall für Privatdetektive, Polizei, Justiz oder Meldebehörde. Waren vormals vor allem Liebespaare,...
Seine Chancen auf den CDU-Vorsitz will Armin Laschet derzeit nicht bewerten.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Parteitaktisches Kalkulieren: Alle Rechte wieder in Kraft setzen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat für einen differenzierten Blick auf die gegenwärtigen Corona-Proteste geworben. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"...
Back To Top