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Donnerstag, 28 Mai 2020
Greift die größten Währungen der Welt an: Facebook-Gründer und Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg.
Greift die größten Währungen der Welt an: Facebook-Gründer und Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg. Foto: Anthony Quintano / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  347 Worte im Text  vor 335 Tagen

Facebook plant, eine private Digitalwährung namens Libra einzuführen. Zwar konkurriert sie nicht mit der Digitalwährung Bitcoin – allerdings kann Libra sich zu einer Gefahr für Euro und Dollar entwickeln. Wenn Facebook-Mitglieder die neue Währung nutzen, könnte eine globale private Währungsunion entstehen, die nicht mehr unter der Aufsicht europäischer Finanzaufsichtsbehörden stehen würde.

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Libra beruht ähnlich wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie, eine kryptographisch verschlüsselte Datenbank. Sie ermöglicht jedem Teilnehmer des Netzwerks, eine eigene aktuelle Kopie der Blockchain auf seinem Computer zu speichern, dadurch gibt es keinen zentralen Verwalter der Datenbank. Stattdessen können Computer und Rechenzentren, sogenannte Miner, sich an einem Wettbewerb um die schnellste Validierung der Blockchain beteiligen – damit kommt Libra ganz ohne Banken aus. Das Problem: Es ist fraglich, wer für die Geldwäschekontrolle im Libra-Netzwerk zuständig sein wird, wenn Libra nicht unter der Aufsicht von europäischen Finanzaufsichtsbehörden stehen würde.

Wie groß der Libra-Siegeszug sein wird, ist fraglich: Bitcoin hat sich bisher nicht flächendeckend durchsetzen können. Die Bitcoin-Nutzer bilden vielmehr eine kleine und geschlossene Community, die Wert auf Anonymität und Datenschutz legt. Facebook-Nutzer wiederum repräsentieren die Mehrheit der Bevölkerung, für sie ist Anonymität und Datenschutz vergleichsweise weniger wichtig. Libra hat deshalb auf Basis des riesigen Facebook-Mitgliedernetzwerks das Potenzial, zu einer globalen Digitalwährung für den Mainstream zu werden.

Libra könnte auch für international tätige Unternehmen interessant sein, da sie mit Hilfe der Digitalwährung ihre Wechselkursrisiken begrenzen können – schließlich stellt die Teilnahme an Libra eine private globale Währungsunion dar. Innerhalb von Libras Netzwerk besteht kein Wechselkursrisiko mehr, das fällt nur noch bei Transaktionen von Libra gegen Euro oder Dollar an.

Ob sich Libra gegen Euro und Dollar durchsetzen wird, hängt von drei Faktoren ab: Sicherheit, Datenschutz und Anzahl der Nutzer. Elektronische Zahlungen in Euro mit Hilfe von Lastschrift oder Kreditkarte sind sehr sicher, der Datenschutz ist bekannt – beides ist bei der Nutzung von Libra noch fraglich. Bei der Anzahl der Nutzer dagegen hat Libra immerhin gewisse Chancen, den Konkurrenzkampf gegenüber Euro und Dollar zu gewinnen. Deshalb muss die Politik die Weiterentwicklung der europäischen Zahlungsinfrastuktur unterstützen und die internationale Rolle des Euro stärken.



Quelle: IW Köln
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