Sonntag, 05 Jul 2020
Foto: skeeze / CC0 (via Pixabay)
 2-3 Minuten Lesezeit  420 Worte im Text  vor 293 Tagen

Die deutsche Konjunktur hat im Laufe des Jahres spürbar an Fahrt verloren. Nun gibt es eine neue Hiobsbotschaft: Die weltweit größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien vermeldet einen Drohnenangriff. Der Ölpreisschock dürfte allerdings nur vorübergehend sein und damit lediglich kurzfristige konjunkturelle Schwankungen nach sich ziehen, zeigt eine Simulationsrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Tesla-Factory Tilburg, Holland
Foto: Jakob Härter / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Tesla braucht Unterstützung

Nach einem turbulenten Wochenende ist die Welt am Montag mit einem stark angestiegenen Ölpreis aufgewacht. Der Angriff auf die saudischen Raffinerien hat zu einem Produktionsrückgang geführt und die risikoaversen Ölpreishändler dazu veranlasst, ihre Kontrakte aufzustocken. Binnen weniger Stunden rauschte der Ölpreis in die Höhe und verzeichnete einen Anstieg von zeitweise über zehn Prozent für die Sorte Brent.

China wäre stark betroffen

Sollte der Ölpreis weiter steigen, würde das konjunkturelle Folgen haben. Um der technischen Rezession auszuweichen, kämpft die deutsche Konjunktur aktuell – das BIP war im zweiten Quartal rückläufig. Handelskonflikt, Brexit-Vorbereitungen, Italien-Krise: Die Risiken mehren sich. Simulationsrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit dem Weltwirtschaftsmodell von Oxford Economics zeigen, dass die Weltwirtschaft selbst bei einem Ölpreisanstieg um 20 Prozent einen BIP-Rückgang um 0,1 Prozent in 2020 und 0,2 Prozent in 2021 im Vergleich zu einem Szenario einbüßen würde, bei dem der Ölpreis bei etwa 60 US-Dollar für einen Barrel der Sorte Brent bleibt. China wäre aufgrund der hohen Ölimporte besonders stark betroffen: Das preisbereinigte BIP würde bei einem Preisanstieg von 20 Prozent um 0,3 Prozent in 2020 und 0,6 Prozent in 2021 geringer ausfallen. Für Deutschland wäre ein moderates Minus in Höhe von 0,1 Prozent in 2021 zu erwarten.

Keine Engpass-Gefahr für Deutschland

Dass der Ölpreis sehr sensibel für die Ölförderung und die Unsicherheit in Saudi-Arabien reagiert, ist keine Überraschung. Immerhin werden dort zwölf Prozent der gesamten Weltproduktion gefördert. Doch es ist davon auszugehen, dass es sich aktuell um eine vorübergehende Entwicklung handelt, die lediglich kurzfristige konjunkturelle Schwankungen auslösen wird. Zum Vergleich: Während des zweiten Golfkriegs, zwischen August 1990 und März 1991, verdoppelte sich der Ölpreis binnen weniger Wochen und sorgte für viel Unruhe an den Märkten. Spätestens ab Januar 1991 kehrte er allerdings zu seinem Niveau von vor dem Krieg zurück.

Die internationale Energieagentur IEA in Paris sieht derzeit keine Versorgungsprobleme, da die Märkte gut mit Beständen versorgt seien. Zudem hat US-Präsident Donald Trump im Falle eines länger anhaltenden Produktionsausfalls bereits eine Freigabe der nationalen Ölvorräte angekündigt. Nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) bestünde für Deutschland auch keine Engpass-Gefahr, da die Lieferungen aus Saudi-Arabien 2018 nur einen geringen Anteil ausmachten.



Quelle: IW Köln
#mehrNachrichten
Weiß oder schwarz zu sein, ist ein soziales Konstrukt.
Foto: Olayinka Babalola

Eine freie Gesellschaft kennt keine Rassen

Der Begriff der Rasse hat in Deutschland eine üble Karriere gemacht; auf ihn gründete die NS-Ideologie. Arier-Nachweise und Judensterne, Deportation und Vernichtung - das ganze Grauen beruhte auf...
Diess habe - wegen der von Mitgliedern des Kontrollgremiums als Untergraben von Autorität aufgefassten Aussagen kurz vor dem Rauswurf gestanden, wird kolportiert.
Foto: Matti Blume / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Lähmende Führungskrise

Herbert Diess muss den Vorstandsvorsitz von Volkswagen Pkw Ende Juni nach fünf Jahren abgeben. Kurz vor der geplanten Markteinführung des für den gesamten VW-Konzern wichtigen Kompaktwagens ID3, der...
Die Koalition hat hier eine Kaufprämie durch die Hintertür auf den Weg gebracht - einen Porsche-Rabatt.
Foto: Ferran Cornellà / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Linke kritisieren Senkung der Mehrwertsteuer als "Porsche-Rabatt"

Die Linksfraktion im Bundestag kritisiert scharf die geplante Senkung der Mehrwertsteuer, die das Bundeskabinett an diesem Freitag auf einer außerplanmäßigen Sitzung beschließen will. Fraktionschef...
Das Beispiel der Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen verantwortlich handeln und ihre globale Sorgfaltspflicht wahrnehmen.
Foto: Piqsels CC0

Bundesregierung will Kampf gegen Kinderarbeit zu Schwerpunkt der EU-Ratspräsidentschaft machen

Die Bundesregierung will den Kampf gegen Kinderarbeit und sexuelle Ausbeutung von Kindern zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft machen und in dieser Zeit die Grundlagen für ein...
Exporteure versuchen Gen-gepanschten Mais in Europa unter die Leute zu bringen und damit deutsche Landwirte und Verbraucher zu täuschen.
Foto: Charles Deluvio

Genetisch veränderter Zuckermais: Behörden suchen 13 Millionen Körner

Europaweit suchen Behörden derzeit nach zig Millionen Maiskörnern der Sorte "Sweet Wonder". Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, hat ein Unternehmen aus Bad Essen in Niedersachsen das...
Wegen der Corona-Pandemie verschanzen sich Teile der öffentlichen Verwaltungen weiterhin hinter abgesperrten Türen und Anrufbeantwortern.
Foto: USCDCP /CC0

Beamte im Corona-Modus

Alle freuen sich über die Corona-Lockerungen. Geschäfte, Restaurants, Kinos und Urlaubsorte begrüßen ihre Gäste mit herzlichen Willkommensschildern. Theaterschauspieler unterhalten mit aus dem Boden...
Natürlich ist der Kahlschlag im Warenhausgeschäft auch eine Folge der Corona-Krise.
Foto: Hans Günter Everhartz / CC BY 2.0 (via Flickr)

Ein schwarzer Tag für Karstadt Kaufhof

Man kann die Schließung von 63 Filialen und den Abbau von "nur" 6000 Arbeitsplätzen bei Galeria Karstadt Kaufhof als Erfolg feiern, weil die Arbeitnehmervertreter der Geschäftsführung mehr...
Back To Top