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Geldwäscheprävention: Masse und Klasse

Foto: Wilfried Pohnke / CC0 (via Pixabay)

Wirtschaft
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Geldwäscheprävention: Masse und Klasse

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Folgt man der Darstellung des Bankenverbands, so liegen die Nerven der Verantwortlichen für Geldwäscheprävention in den Kreditinstituten blank. Nicht nur eine verschärfte Bußgeldpraxis, sondern auch ein Urteil zum Umgang mit einer Altkanzlerwitwe - Medienberichten zufolge Maike Kohl-Richter - hat demnach den Druck erhöht. Denn nachdem die Witwe laut gerichtlicher Feststellung erst ein Schließfach aufgesucht hatte und anschließend sage und schreibe 500.000 Euro in bar auf Konten einzahlte, die für eine Überweisung an andere Banken bestimmt waren, hätte die Geldwäschebeauftragte des Kreditinstituts die Transaktion direkt melden müssen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main vor einem Jahr bestätigte. Die Botschaft schien klar: Nicht private Geldhäuser müssen über den Hintergrund einer Transaktion befinden, sondern die Behörden und Staatsanwaltschaften. Also: Melden, bitte!

Melden, melden, melden - genauso gehen Banken mittlerweile vor. Andere Berufszweige wie Immobilienmakler, Notare, Güterhändler und Glückspielfirmen geben kaum Verdachtsfälle weiter, fast ausschließlich die Kreditwirtschaft steht hinter der Flut an Meldungen, denen sich die zuständige Zentralstelle des Zolls, die Financial Intelligence Unit (FIU), ausgesetzt sieht. Natürlich sind Transaktionen mit potenziell kriminellem Hintergrund dabei, etwa wenn große Summen aus dem fernen Ausland auf ein Konto fließen und direkt abgehoben werden oder ein vermeintlicher Verkauf eines Fahrzeugs oder einer Immobilie den Zweck eines Geldflusses verschleiern soll. Aber vieles, was aus der Kreditwirtschaft vermeldet wird, ist laut Kreisen des FIU unbrauchbar, zumindest auf den ersten Blick. Der Bankenverband formuliert seine Forderung daher deutlich: weniger Masse, mehr Klasse.

Doch die Branche ist mit ihrer Forderung in einer schwierigen Lage, denn die öffentliche Stimmung ist nach diversen Geldwäscheskandalen von Großbanken, vermengt mit dem üblichen Potpourri der Branchenschelte, gegen die Geldhäuser gerichtet. Der Druck, mehr zu melden, wird bleiben. Eine bessere Vernetzung zwischen Behörden und Finanzbranche dürfte aber dazu beitragen, den Umgang mit all den Meldungen und Daten zu verbessern. Das FIU, das erst 2017 vom Bundeskriminalamt an den Zoll übertragen worden war, hat eine Bewährungsfrist verdient, während die Branche einen Anspruch auf einen Erfahrungsaustausch hat. Die ersten Schritte dorthin sind bereits unternommen. Masse und Klasse müssen kein Gegensatz sein.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung

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