#zeitfokus.

Dienstag, 02 Jun 2020
Foto: Conan / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  269 Worte im Text  vor 340 Tagen

Werner Wenning ist nicht zu beneiden: Schon vor Jahren hat der Aufsichtsrats-Chef die Gefahr gesehen, dass Bayer zum Spielball zerschlagungswilliger Investoren wird. Den Ausweg suchten er und sein Adlatus Werner Baumann im größten Zukauf, den je ein deutscher Konzern wagte. Doch sie kauften mit Monsanto offenkundig die falsche Firma. Und nun ist passiert, was Wenning immer verhindern wollte: Elliott, eine Heuschrecke, ist in Leverkusen eingestiegen.

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Foto: travisdmchenry / CC0 (via Pixabay)

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Der US-Fonds dürfte den Kursabsturz, den der Monsanto-Deal ausgelöst hatte, genutzt haben, um sich günstig einzudecken. Nun gibt es keinen Grund, Fonds wie Elliott zu verteufeln. Sie können Mahner und Aufwecker sein, sie legen den Finger in die Schwachstellen der Konzerne. Aber sie nehmen dabei auch keine Rücksicht - weder auf Traditionen und Mitbestimmung noch auf Standorte und Manager. Das haben Konzerne wie einst Siemens, aber aktuell auch Thyssenkrupp und Uniper bereits leidvoll erfahren.

Und so ist der Einstieg bei Bayer, den der Konzern mit seiner Wagenburg-Mentalität Monate lang auszusitzen versuchte, ein erneutes Misstrauensvotum gegen den Vorstand: Die Aktionäre verweigerten die Entlastung, ohne dass dies rechtliche Folgen hatte. Doch Elliott will Taten sehen. Schon im ersten Schreiben, in dem sich die Amerikaner als Großaktionär zu erkennen geben, legen sie Daumenschrauben auf den Tisch. Sie loben zwar den Kurswechsel, den Bayer nun bei den Glyphosat-Klagen angekündigt hat. Endlich berät ein Anwalt mit Erfahrung in Produkthaftungsklagen Bayer - und man fragt sich, wieso das nicht schon vor der Übernahme erfolgte. Auch macht Bayer die Tür für Vergleiche und damit ein Ende mit Schrecken auf. Doch Elliot will mehr. Die Gefahr, dass der Traditionskonzern zerschlagen wird, ist größer denn je.



Quelle: ots/Rheinische Post
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