#zeitfokus.

Mittwoch, 03 Jun 2020
Foto: Mike Mozart / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  361 Worte im Text  vor 309 Tagen

Bayer hat es geschafft! Die Korrektur der Prognose für das Gesamtjahr konnte allen Unkenrufen zum Trotz vermieden werden, auch wenn der Ausblick nun den unschönen Zusatz "zunehmend ambitioniert" trägt. Doch was in Leverkusen angesichts der zahlreichen Gewinnwarnungen der vergangenen Wochen zum Aufatmen verführte, wollte bei Analysten und Investoren nicht so recht verfangen. Nicht nur weil die für das zweite Quartal ausgewiesenen Zahlen spürbar unter den Erwartungen lagen, sondern auch weil der Prognosezusatz als versteckte Gewinnwarnung ausgelegt wurde. Wie immer kommt es auf die Perspektive des Betrachters an, ob das Glas halb voll oder halb leer ist.

Die Bedenken vor Überwachung sind groß.
Foto: Omni Matryx

Gefährliche Verschwörung

Erschwerend kommt hinzu, dass die Anzahl der Klagen rund um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das sich Bayer mit der Übernahme von Monsanto einkaufte, weiter gestiegen ist. Ausgehend von den 13400 Klagen, die am 11. April in den USA anhängig waren, werden drei Monate später schon 18400 Klagen gezählt. Im Klartext heißt das, die Klagewelle hat weiter Fahrt aufgenommen. Dafür hat Bayer auch eine Erklärung zur Hand, ließ sich doch beobachten, dass die US-Klageindustrie seit Ende Mai ihre Werbeausgaben für den Glyphosat-Komplex massiv erhöht hat. Allein im Juni hätten sich die Ausgaben für TV-Werbung fast vervierfacht. Grund dafür sollen nicht etwa die in erster Instanz verlorenen Prozesse sein - davon gibt es mittlerweile drei -, sondern die Mediationsanordnung eines Richters in San Francisco, an dessen Gericht mehrere hundert Glyphosat-Klagen anhängig sind. Zum Schlichter wurde Staranwalt Ken Feinberg ernannt, der schon in schillernden Schadenersatzfällen wie dem Öldesaster Deepwater Horizon oder dem VW-Abgasskandal vermittelte. Damit sei der Startschuss für die Klägeranwälte gefallen.

Anstatt Ursachenforschung zu betreiben, wäre es jedoch weitaus sinnvoller, einen schnellen Weg aus dem Klageschlamassel zu finden. Dass der Weg dabei nur über einen Vergleich führen kann, ist Bayer durchaus bewusst. Erst im März dieses Jahres wurde der Rechtsstreit um Xarelto auf diese Weise bereinigt, obwohl Bayer - anders als im Glyphosat-Prozess - die sechs Xarelto-Verfahren allesamt für sich hatte entscheiden können.

Noch allerdings gibt Bayer Durchhalteparolen aus. Sollte es am Ende doch auf einen Vergleich hinauslaufen, müsse dieser "finanziell angemessen" sein, formuliert Bayer-Chef Werner Baumann als Bedingung. Was darunter zu verstehen ist, hängt allerdings auch vom Blickwinkel ab.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
#mehrNachrichten
NASDAQ
Foto: Julien G. / CC BY 2.0 (via Flickr)

Neue Sorgen um Nasdaq

Inzwischen hat die zurückgekehrte Unsicherheit an den Märkten auch den Nasdaq 100 erreicht. Der US-Index hat seit der Wochenmitte Einbußen hinnehmen müssen - dabei hatte er sich zuletzt in einem...
Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt hat, ist, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt.
Foto: Dimitri Karastelev

Warnung vor Remdesivir-Zulassung als Corona-Medikament

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, warnt vor einer schnellen Zulassung des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19. „Wir wissen noch viel zu...
Das heißt, dass jetzt nach und nach die ersten Mütter und Väter wieder aus der Lohnfortzahlung herausfallen.
Foto: Daniela Dimitrova

Trotz scharfer Kritik: Bundesregierung will Lohnfortzahlung für Eltern nicht nachbessern

Die Bundesregierung plant trotz wachsender Kritik keine Verbesserungen für Eltern, die wegen des eingeschränkten Betriebs in Kitas und Schulen nicht arbeiten gehen können und auf...
Seine Chancen auf den CDU-Vorsitz will Armin Laschet derzeit nicht bewerten.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Parteitaktisches Kalkulieren: Alle Rechte wieder in Kraft setzen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat für einen differenzierten Blick auf die gegenwärtigen Corona-Proteste geworben. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"...
Gemeinsam mit einer Riege hochrangiger Purpurträger vom rechten Flügel befeuert Müller Verschwörungstheorien.
Foto: United Nations COVID-19 Response

Der Kardinal und das Virus

Wir lernen ständig dazu. Zuerst dachten wir, Covid-19 sei ein Virus, das es auf unsere Atemwege und Lungen abgesehen hat. Jetzt beginnen wir zu ahnen, dass das, was dieses Virus anrichten kann, viel...
Tatsächlich verunsichert und beneidet der grobschlächtige Bauunternehmer die Eleganz, Coolness und intellektuelle Brillanz Obamas.
Foto: Obama White House / Gemeinfrei

Trumps Obsession mit Obama

Am Anfang seines politischen Aufstiegs stand der Versuch, die Legitimität des ersten schwarzen Präsidenten im Weißen Haus zu unterminieren. Dafür verbreitete Donald Trump im Jahr 2011 die Lüge,...
Das Gesamtvolumen des Bundesprogramms wird bis August mit 25 Milliarden Euro beziffert.
Foto: Michal Jarmoluk

Bundesregierung plant neue Corona-Hilfen für Mittelstand

Die Bundesregierung plant, Betrieben mit bis zu 249 Mitarbeitern in den nächsten sechs Monaten Corona-Soforthilfen in Höhe von monatlich bis zu 50.000 Euro zu zahlen. "Ziel der Überbrückungshilfe...
Back To Top