Energie-Trendmonitor - Strom vs. Ölpreise
Energie-Trendmonitor - Strom vs. Ölpreise Grafik: econNEWSnetwork/Stiebel Eltron
 1-2 Minuten Lesezeit  325 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Der Preis für Heizöl hat in Deutschland ein Zehnjahrestief erreicht. Der fossile Brennstoff zu historisch niedrigen Marktpreisen wird für die Verbraucher gleichzeitig durch eine geringe staatliche Abgabenlast begünstigt. So beträgt der staatliche Kostenanteil auf einem Liter Heizöl weniger als 30 Prozent. Zum Vergleich: Umweltfreundlicher Wind- und Sonnenstrom wird mit 70 Prozent staatlichen Kosten pro Kilowattstunde belastet. Mit dieser Preispolitik wird grüne Energie künstlich verteuert und Deutschland durchkreuzt die auf dem UN-Klimagipfel selbst vereinbarten CO2-Ziele. Gut drei Viertel der Bundesbürger hält diesen Energiekurs für falsch, klimaschädliche Energieträger wie Heizöl staatlich zu fördern. Das ergab der Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor. Dazu wurden 1.000 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragt.

Norbert Walter-Borjans
Foto: Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Große Koalition klitzeklein

Die große Mehrheit der Bundesbürger hat erkannt, dass Anspruch und Wirklichkeit der deutschen Klimapolitik weit auseinanderfallen. 82 Prozent sind der Meinung, die Bundesregierung müsse mehr für den Umweltschutz tun, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. Wichtige Stellschraube ist dabei die Preispolitik. „Das Verhältnis von 70 Prozent staatlicher Kosten auf grünem Strom und 30 Prozent auf klimaschädlichem Heizöl ist eine fundamental falsche Weichenstellung für die grüne Energiewende“, sagt Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Haus- und Systemtechnikherstellers Stiebel Eltron. „Logische Folge der vereinbarten UN-Klimaziele von Paris müsste sein, grüne Energie von staatlicher Abgabenlast zu befreien und im Gegenzug fossile Brennstoffe teurer zu machen.“

Die historisch niedrigen Einkaufspreise an den Rohstoffmärkten geben der Bundesregierung ganz neue Spielräume, die Kostenlast für fossile Brennstoffe zu erhöhen, ohne die Verbraucher in der Übergangsphase auf klimafreundliche Energienutzung zu überfordern. Es reicht, einen Teil der gesparten Einkaufskosten für Heizöl für den Klimaschutz zu nutzen. Die große Mehrheit der Bundesbürger würde einer solchen Entscheidung offenbar folgen. Zwei Drittel sind der Meinung, grüner Strom müsse künftig günstiger werden – dafür dürfen die Preise fossiler Energien (Öl, Kohle, Gas) sogar steigen. 76 Prozent fordern die Politik ausdrücklich auf, grüne Strom- und Energiesysteme mit Wind- und Sonnenbetrieb stärker zu fördern, damit sie künftig im eigenen Zuhause für den Klimaschutz auf fossile Energien verzichten könnnen.



Quelle: econNEWSnetwork/Stiebel Eltron


#mehrNachrichten
Der Giftanschlag auf Nawalny muss vollständig aufgeklärt werden.
Foto: Evgeny Feldman / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Wenig Hoffnung auf Aufklärung im Fall Nawalny

Im Fall des mutmaßlich vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny hat die menschenrechtspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, Gyde Jensen, wenig Hoffnung auf eine transparente...
Susanne Mittag sagte: "Mit Freiwilligkeit kommen wir nicht mehr weiter."
Foto: Deutscher Bundestag / Inga Haar

Tierwohllabel: SPD im Bundestag lehnt Klöckners Ansatz ab

Das von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) geplante freiwillige Tierwohllabel könnte am Widerstand der SPD scheitern. Susanne Mittag, tierschutzpolitische Sprecherin der...
empty alt
Foto: Jacek Rużyczka / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Dauerwelle

Viel wird spekuliert, ob im Herbst eine zweite Corona-Infektionswelle kommt, wann infolge der Pandemie eine Insolvenzwelle einsetzen wird und wie groß die Entlassungswelle sein wird, die darauf...
Berliner Innensenator Andreas Geisel lieferte Querdenkern den Stoff für ihre Empörung auf dem Silbertablett.
Foto: United Nations COVID-19 Response

Solche Demos müssen wir aushalten

Berlin macht seinem Ruf gerade keine Ehre: Toleranz, Offenheit, Vielfalt - wegen dieser Werte zieht die Hauptstadt viele, gerade junge Menschen an. Beinahe täglich finden Demonstrationen auf den...
Trump hat seine Parole "America First" bereits am ersten Amtstag umgesetzt: Er kündigte umgehend das Transpazifische Abkommen.
Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)

Mehr Ehrlichkeit statt Populismus

Das Bild der Rechtspopulisten ist in Deutschland klar umrissen: Donald Trump, der amerikanische Präsident, wird als völlig überforderter US-Politiker dargestellt. Regelmäßig sorgen seine Aussagen...
Back To Top