Freitag, 27 Nov 2020
Foto: Jami Dwyer / Gemeinfrei (via Wikimedia Commons)
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Der neue Bericht des Weltklimarats IPCC sagt es unmissverständlich: Macht der Mensch weiter so mit seinem Fleischkonsum, mit intensiver Landwirtschaft und dem ausbeuterischen Umgang mit Böden und Wäldern, dann bedroht er seine Lebensgrundlagen. Um beim Bild der Regenwald-Abholzung zu bleiben: Wir sägen sprichwörtlich am Ast, auf dem wir sitzen.

Etwa jedes fünfte Kind in unserem Land ist von Armut bedroht.
Foto: marcisim / CC0 (via Pixabay)

Die Ärmsten trifft es am härtesten

Die Klimakrise hat nun also die Landwirtschaft erreicht und damit auch unsere Essgewohnheiten. Am Ende einer Woche, in der Politik und Verbraucher über das Für und Wider einer Schnitzelsteuer debattierten, mahnt der Bericht der Klimaforscher, den Blick auf das Große und Ganze zu richten: Es geht um viel mehr, und es muss schnell gehen. Die gute Nachricht zwischen all den verschreckenden Szenarien, die der Klimareport zeichnet, ist die: Es gibt einen Weg, der uns das Leben in einer heißeren Welt zumindest möglich macht. Doch dazu braucht es ein Umdenken.

Der Mensch muss den Umgang mit seinen natürlichen Lebensgrundlagen radikal überdenken: Er kann nicht mehr verbrauchen als nachwächst. Wälder und Böden bedeuten Schutz, weil sie Kohlendioxid binden und so das Klima stabilisieren. Sie zu erhalten, mehr Bäume anzupflanzen und mehr Flächen für Bioenergie zu nutzen, hilft uns also bei der Mammutaufgabe, bis Mitte des Jahrhunderts nahezu CO2-neutral zu leben.

Doch wer Ackerfläche zum Beispiel für den Anbau von Energiepflanzen umwandelt, schafft auch Risiken. Auf einem Planeten, der schon bald über zehn Milliarden Bewohner haben könnte, fehlen landwirtschaftliche Flächen, um die Menschen zu ernähren. Auch hier ist die Botschaft der Forscher klar: Wenn wir nicht unsere Ernährung umstellen - weniger Fleisch, mehr pflanzliche Bestandteile - wird die Welt in Konflikten um Lebensmittel, Wasser und Ackerflächen versinken.

Diese Erkenntnisse sind nicht neu, Klimaforscher weisen seit vielen Jahren darauf hin, die Probleme sind auch in den IPCC-Berichten der vergangenen Jahrzehnte bereits angesprochen. Der Flaschenhals seien nicht die technischen Mittel zur Lösung des Klimaproblems - das ist ein Satz, den Wissenschaftler immer wieder sagen, wenn es im Klimaschutz mit Trippelschritten vorangeht. Der wirkliche Flaschenhals sei, dass es bei Politik und Öffentlichkeit einen Willen zur Veränderung geben müsse.

Womöglich ist es die junge Generation, die den Schutz des Klimas und der Umwelt nach vorne bringt. Greta Thunberg und die Jugendlichen, die bei den Fridays-for-Future-Streiks auf die Straße gehen, begehren auf, weil sie Angst haben, dass ihnen die Zukunft genommen wird. Was sie antreibt, ist, dass sie nicht gehört werden. Dass man ihnen verspricht zu handeln - und es nicht tut. In sozialen Netzwerken wird immer öfter eine Frage diskutiert, die Jugendliche an ihre Eltern richten: Warum nehmt ihr die größte Krise der Menschheit in Kauf, wenn ihr doch die Möglichkeit habt, euer Verhalten zu verändern?

Der Druck auf die Politik, mehr Klimaschutz zu wagen, war noch nie so groß wie jetzt. In den kommenden Wochen hat es die Regierungskoalition in der Hand, die Weichen in Richtung Nachhaltigkeit zu stellen. Die Frage einer CO2-Besteuerung, die Entscheidung über einen schnelleren Kohleausstieg oder mehr Klimaschutz im Verkehr, bei Gebäuden oder in der Landwirtschaft: Der neue IPCC-Bericht hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze zusätzliche Argumente gebracht.

Ohne Verzicht aber wird es nicht gehen. "Was man gewinnt, ist aber mehr wert als das, was man verliert", hat dazu die Klimaforscherin Almut Arneth gesagt. Ein weiser Satz.



Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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