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Donnerstag, 04 Jun 2020
Barbara Hendricks
Barbara Hendricks Foto: UNclimatechange / CC BY 2.0 via Wikipedia
 1-2 Minuten Lesezeit  311 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Das Bundesumweltministerium kämpft für mehr Nachhaltigkeit und möchte der deutschen Umweltpolitik mehr Mitspracherecht geben. Doch die Wirtschaft ist der Politik mehrere Schritte voraus. Das Produzierende Gewerbe gibt bereits heute jeden zehnte Euro seiner Investitionen für den Umweltschutz aus. Mehr Bürokratie birgt die Gefahr einer Abwanderung – zum Schaden von Wirtschaft und Umwelt.

Bernd Riexinger
Foto: dielinke_nrw / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Greenwashing unsozialer Politik

Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellt heute das nationale „Integrierte Umweltprogramm 2030“ vor. Unter anderem soll es eine Kennzeichnungspflicht für Produkte wie Handys oder Lebensmittel geben, die besonders viele oder seltene Rohstoffe verbrauchen. Zudem will das Umweltministerium nach Wünschen der Ministerin zukünftig alle Gesetzesvorhaben auf ihre Umweltfolgen prüfen dürfen. Hiermit wird jedoch eine erhebliche zusätzliche Bürokratie aufgebaut, die den Umsetzungsprozess von Gesetzen deutlich verlängern kann. Für die Unternehmen bedeutet dies Planungsunsicherheit und zusätzliche Kosten, die den Standort Deutschland unattraktiver machen könnten.

Dabei zeigt die deutsche Wirtschaft seit Jahren, dass sie politische Eingriffe nicht braucht. Ein Umdenken in Richtung mehr Umweltschutz findet in der Industrie bereits seit Langem statt. Das zeigt sich nicht nur absolut, sondern vor allem an dem kontinuierlich steigenden Investitionsanteil für Umweltschutz-Maßnahmen. In 2013 landete bereits jeder zehnte Euro – insgesamt 7,5 Milliarden Euro – der Investitionen im Produzierenden Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) in Anlagen, die Emissionen verringern, vermeiden oder beseitigen sollen. Zudem versuchen die Unternehmen, Ressourcen schonender zu nutzen. Ein Drittel der Umweltschutzinvestitionen dienten in 2013 alleine dem Klimaschutz, vor allem bei den erneuerbaren Energien investierten die deutschen Unternehmen stark.

Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes investierten satte 2,3 Milliarden Euro zum Schutz der Umwelt, darunter fast 1 Milliarde Euro für den Klimaschutz. Sie zeigen damit, wie ernst sie den Umweltschutz nehmen.

Generell gilt: Voraussetzung für den Wohlstand einer Gesellschaft ist eine funktionierende Wirtschaft. Notwendig hierfür sind: technischer Fortschritt, internationale Wettbewerbsfähigkeit sowie Innovationen. Dies kann nur mit marktwirtschaftlichen Grundprinzipien ohne zu viel Mikroregulierung und Bürokratie gelingen. Dies haben bereits die heftigen Diskussionen um den Klimaschutzplan 2050 gezeigt.



Quelle: IW Köln


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