Samstag, 19 Sep 2020
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Der Meteorologe Hans von Storch hat die "Fridays for Future"-Bewegung scharf attackiert. "Schülerdemos haben dazu geführt, dass jede Umweltproblematik unter dem Thema Klima subsumiert wird, wie man es auf den Plakaten der Schüler lesen kann", sagte von Storch im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Der Klimaschutz wird zur Allzweckwaffe im Kampf gegen unliebsames Verhalten erklärt." Plastik im Meer sei schlimm, Raser auf den Autobahnen seien gefährlich, erklärte der ehemalige Leiter des Helmholtz-Instituts für Küstenschutz, "aber beides ist kein Klimaproblem".

Bei Gemüse, Eiern oder Obst wie Äpfeln muss die Nachfrage durch Importe gedeckt werden. Das muss sich ändern.
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Dienstpflicht in Zeiten der Krise

Mit Blick auf die Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, seien die Aktivitäten von "Fridays for Future" indes "vollständig legitim", ergänzte von Storch. Wenn das Ziel erreicht werden solle, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten, "müssen die Netto-Emissionen bis 2050 auf null gebracht werden, und zwar überall auf der Welt". Eine Dekarbonisierung nur in Deutschland würde "dem Weltklima kaum etwas bringen", so von Storch. "Der Rest der Welt muss mitziehen."

Harsche Kritik übte der Mathematiker und Physiker am Widerstand in der Bevölkerung gegen den Ausbau erneuerbarer Energien. "Wir sollten aufhören, gegen jede Form der Modernisierung zu klagen, wenn sie uns persönlich nicht passt, seien es Windmühlen, Stromtrassen oder Bahnstrecken", so sein Plädoyer. "Es muss Schluss sein mit dem Sankt-Florians-Prinzip."

Und von Storch forderte: "Das Potenzial der Kernenergie für klimaneutrale Stromerzeugung sollte intensiv geprüft werden." So emittiere Frankreich durch Atomkraft viel weniger Treibhausgase als Deutschland. "Eine Laufzeitverlängerung unserer Meiler könnte sinnvoll sein, um kurzfristig CO2 einzusparen", betonte der Forscher. "Wenn der Klimaschutz die alles beherrschende Herausforderung ist, können wir ja nicht aus ideologischen Gründen sagen, wir verzichten dabei aber auf die Kernkraft. Hier brauchen wir eine Offenheit, die auch die technologischen Fortschritte anerkennt, wenn es um die Sicherheit und strahlenden Müll geht." Die Deutschen sollten nicht meinen, sie "wüssten es besser als alle anderen".



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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