#zeitfokus.

Foto: SatyaPrem / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  349 Worte im Text  vor 180 Tagen

Die bisherige Sichtweise auf den Klimawandel war die: Die reichen Industrienationen sind überwiegend für ihn verantwortlich, die armen Länder sind am meisten von ihm bedroht. Im Kern bleibt diese Aussage auch weiterhin richtig: Über den Zeitraum von 20 Jahren betrachtet, sind nach Angaben der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, die den globalen Klima-Risiko-Index erstellt, sieben der zehn am stärksten betroffenen Staaten Entwicklungsländer. Aber dass 2018 Deutschland erstmals zu den drei Staaten auf der Welt zählte, die am meisten von Extremwetter betroffen waren, symbolisiert - ebenso wie der Platz eins für Japan  - zugleich eine Wende.

Armin Laschet
Foto: Alexandra Koch

Schule im Krisenbetrieb

Denn die Folgen des Klimawandels treffen nun immer öfter auch Industrienationen. Im Grunde unterlegt der am Mittwoch beim Klimagipfel in Madrid vorgestellte Index die persönlichen Erfahrungen, die jeder hierzulande im Hitzesommer 2018 gemacht hat, mit weiteren Fakten. Auf 1200 Menschen beziffert er die Todesopfer aufgrund der Hitzewellen in Deutschland, auf rund 4,5 Milliarden Euro die Gesamtschäden durch Wetterextreme.

Die Gesamtentwicklung deckt sich mit den Einschätzungen der Klimawissenschaft, dass der Klimawandel an Tempo zunimmt und Veränderungen zum Teil auch schneller erfolgen, als noch vor Jahren erwartet. Extreme Hitzeperioden in Europa sind laut Index zwischen zehn- und hundertmal wahrscheinlicher als vor einem Jahrhundert.

Die Schäden sind also auch längst hier angekommen. Aber die jährlichen Schadenssummen weltweit verweisen vor allem darauf, dass es neben den nötigen Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und Transformationsprozesse auch darum geht, einen fairen globalen Ausgleich für die Schadensfälle zu schaffen. Denn wenn auch die absoluten Zahlen in den reichen Länder höher liegen, die Auswirkungen für Leib und Leben sind in Entwicklungsländern deutlich gravierender. Dabei sind beispielsweise eine Reihe afrikanischer Länder derzeit noch gar nicht in der Lage, umfassendes Datenmaterial über Hitzeschäden vorzulegen. Sie sind mutmaßlich also stärker betroffen, als im Augenblick nachweisbar ist.

Zahlen der Munich Re Rückversicherung zeigen, dass nur drei Prozent der wetterbedingten Schäden in Entwicklungsländern versichert sind.  Vor allem Deutschland setzt in der Entwicklungsarbeit auf die Etablierung von Klimarisikoversicherungen. Aber die Unterstützung der Industrienationen steht noch längst nicht im Verhältnis zu ihrer Verantwortung für den Klimawandel. Auch das ist eine dringende Aufgabe für den Klimagipfel von Madrid.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
#mehrNachrichten
Deutschland, Österreich und die Niederlande, die stets die Fahne der Solidität hochhalten, dürfen zufrieden feststellen, dass nun die Politik die Rolle der Krisenfeuerwehr annimmt.
Foto: Reinhard Thrainer

Europa-Medizin mit Nebenwirkungen

Schlagbäume runter, Exportverbote für Schutzkleidung, Brüssel verstummt - zu Beginn der Corona-Krise gab die Europäische Union ein trauriges Bild ab. Nun meldet sich Europa zurück, Ursula von der...
Der Kampf gegen Corona ist so lange nicht gewonnen, wie er nicht weltweit erfolgreich ist.
Foto: Martin Sanchez

Global denken - lokal und flexibel handeln

Der Kampf gegen Corona ist so lange nicht gewonnen, wie er nicht weltweit erfolgreich ist. Da mutet es zunächst fremd an, wenn Deutschland den Weg nicht ins Globale, nicht ins Europäische, nicht ins...
Scholz will nun die Ausnahmesituation der Corona-Krise nutzen.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Ein großzügiges Angebot von Olaf Scholz

Der Hilferuf der Kommunen wird erhört: Bundesfinanzminister Scholz plant einen Schutzschild im Umfang von fast 60 Milliarden Euro für Städte und Gemeinden, weil ihnen in der Corona-Krise die...
Merkel bleibt nur die Notbremse: Die Länder müssen nun sicherstellen, dass bei einem Hochschnellen der Infektionszahlen, die Beschränkungen gleich wieder eingeführt werden.
Foto: hafteh7 (via Pixabay)

Die Macht der Länderchefs

Es war eine Machtdemonstration des Föderalismus in Deutschland: Getrieben sicherlich von der Sehnsucht der Menschen nach mehr Freiheit, aber auch ganz klar von den Forderungen der regionalen...
Es sei "absolut vorbildlich, wie sich die junge Generation seit inzwischen mehr als zwei Monaten verhält.
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Habeck fordert Wahlrecht mit 16 als Anerkennung für "politische Reife" in Corona-Zeit

Grünen-Chef Robert Habeck hat das Verhalten von Jugendlichen in der Corona-Zeit gelobt und will sie durch ein Wahlrecht ab 16 Jahren stärker beteiligen. Es sei "absolut vorbildlich, wie sich die...
Die Zeit wird zeigen, ob dieser Grenzwert klug gewählt war.
Foto: Gerd Altmann

Grenzwert für neue Corona-Infektionen

Die von vielen ersehnten neuen, alten Freiheiten sind an eine Zahl geknüpft: Gibt es in einem Landkreis in sieben Tagen mehr als 50 neue Corona-Infektionen pro 100.000 Menschen, muss die Notbremse...
Aus dem Lager der Christdemokraten im Europaparlament kommt scharfe Kritik am Management von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zur Entlastung der Wirtschaft infolge der Corona-Krise.
Foto: EU2017EE / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Scharfe Kritik aus der CDU an EU-Kommissionschefin von der Leyen: "Corona-Hilfe sind nicht nur Zuschüsse und Kredite"

Aus dem Lager der Christdemokraten im Europaparlament kommt scharfe Kritik am Management von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zur Entlastung der Wirtschaft infolge der Corona-Krise. "Mitte...
Back To Top