Donnerstag, 29 Okt 2020
Foto: holzijue / CC0 (via Pixabay)
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Die Aufregung um die ICE-Fahrt von Greta Thunberg zeigt das ganze Elend der deutschen Klimadebatte auf. Der Twitter-Tweet vom überfüllten Zug ist ein Beleg dafür, dass hierzulande noch nie so viele Bürger mit der relativ umweltfreundlichen Bahn unterwegs waren, doch das Unternehmen und sein Eigentümer, der Bund, mit der fürs Klima erfreulichen Entwicklung völlig überfordert sind. Doch die Bahn will über solche Probleme nicht nachdenken und weist wieder mal auf den vermeintlichen Einsatz von 100 Prozent Ökostrom hin, was leider nur Greenwashing ist. Und auch die am Montag nachgereichte Ankündigung einer Milliardenbestellung für neue Fernzüge ist eher peinlich - frühestens in einem halben Jahrzehnt könnte es damit losgehen.

Kurt Biedenkopf
Foto: Kurt Steinhausen / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Biedenkopf spricht sich für durchlässige EU-Grenzen aus

Allerdings: Die Bahn wird seit vielen Jahren von der Politik ausgebremst - trotz Milliardenmitteln für die Erneuerung der Schiene, die nun endlich fließen. Und wenn Bund und Länder jetzt großspurig die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahnfahrten anpreisen, so ändert dies nichts daran, dass die Schiene im Wettbewerb mit dem Flug-, Auto- und Fernbusverkehr weiter massiv benachteiligt wird. Diese Privilegien zu streichen oder gar den Steuerspieß umzudrehen, wäre das Gebot der Stunde. Genauso wie der Ausbau der Bahn in der Fläche jenseits der ICE-Rennstrecken.

Den Tweet von Greta könnten Bahn und Regierung als Ansporn ansehen. Doch beide betreiben lieber Marketing und simulieren Klimaschutzanstrengungen.



Quelle: ots/neues deutschland
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