Samstag, 24 Okt 2020
Überflutungen nach der Sturmflut in Hamburg, 19. Februar 1962
Überflutungen nach der Sturmflut in Hamburg, 19. Februar 1962 Foto: Joop van Bilsen / CC0 (via Wikimedia Commons)
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Von einer extremen Sturmflut wären an den deutschen Küsten mehr als zwei Millionen Menschen betroffen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen hervor, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Die Angaben beziehen sich auf seltene oder extreme Hochwasser, bei denen Schutzanlagen wie Deiche an ihre Grenzen kommen. Als selten gilt laut Bundesregierung ein Hochwasser, das alle 200 Jahre oder seltener auftreten könnte.

Seit Anfang des Jahres befindet sich der Autobauer im "Task-force-Modus".
Foto: Jakob Härter / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Volkswagen im Task-force-Modus

Kommt es zu einer solchen Sturmflut, lebten allein in Niedersachsen 1,1 Millionen Menschen in möglicherweise betroffenen Überflutungsgebieten. Aber auch in den Stadtstaaten Bremen (513.259) und Hamburg (327.000) wären große Teile der Bevölkerung möglicherweise gefährdet. An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins wären es 76.600 Menschen, an der Ostseeküste des Bundeslandes im Falle eines solchen Ereignisses 20.900. In Mecklenburg-Vorpommern wäre von 68.100 Betroffenen auszugehen, zeigt die Antwort aus dem Umweltministerium.

Die Regierung geht laut "NOZ" davon aus, dass es im Zuge des Klimawandels nicht häufiger zu Sturmfluten kommen wird. Allerdings werden diese künftig aufgrund des insgesamt steigenden Meeresspiegels wohl höher ausfallen. Bei den Vorhersagen stützt sich die Regierung auf Angaben des Weltklimarates. Der wird demnächst seine überarbeiteten Einschätzungen zum Anstieg der Meere veröffentlichen. Davon will die Regierung abhängig machen, ob sie ihre Ausgaben für den Küstenschutz steigert.

Eigentlich ist der Sache der Bundesländer. Für besonders dringliche Maßnahmen stellt der Bund aber jährlich 25 Millionen Euro als Finanzhilfen zur Verfügung. Auf Basis der neuen Einschätzungen des Weltklimarates "wird zu beraten sein, ob die durch den Bund bereitgestellten Finanzmittel für Küstenschutzmaßnahmen [...] ausreichen", schreibt das Ministerium. Julia Verlinden, umweltpolitische Sprecherin der Grünen, forderte in der "NOZ": "Der Bund muss die Länder bei ihren Anstrengungen für besseren Schutz gegen Hochwasser stärker unterstützen. Denn die bisherigen Pläne für den Küstenschutz reichen aller Voraussicht nach nicht aus."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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