Samstag, 24 Okt 2020
Foto: Wheattree / CC0 (via Pixabay)
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Das Überleben von Deutschlands Blühwiesen steht auf der Kippe. Bis auf Bergwiesen ist der Erhaltungszustand der blütenreichen Lebensraumtypen im Bundesgebiet "ungünstig bis schlecht". Die Prognose für fast alle entsprechenden Gebiete ist "sich verschlechternd". Das schreibt das Bundesumweltministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) vorliegt.

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Foto: Wilfried Pohnke

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Noch dramatischer ist die Überlebenschance für Schutzgebiete. Das Umweltministerium verweist auf die Rote Liste gefährdeter Biotoptypen. Für blütenreiche Wiesen - etwa frische Mähwiesen in tieferen und höheren Lagen - heißt es darin: "Akut von vollständiger Vernichtung bedroht" oder "stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht".

Wegen des dramatischen Zustands geschützter Blühwiesen hatte die EU-Kommission im Juli ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Sollte die Bundesregierung nicht mehr zur Rettung der Blühwiesen tun, drohen Strafzahlungen.

"Wiesen sind unersetzlich für die Vielfalt an Insekten, Bienen, Schmetterlingen und Feldvögeln", sagte die Grünen-Abgeordnete Steffi Lemke der "NOZ". "Dass die Zeichen auch in Schutzgebieten so schlecht stehen, macht den dramatischen Zustand unserer Biodiversität deutlich. Auch dass die Trends für die Zukunft negativ sind, ist besorgniserregend."

Das Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission nannte Lemke "eine weitere Klatsche für die Bundesregierung, die die eigenen Biodiversitätsziele einfach nicht ernst nimmt". Bund und Länder müssten beim Schutz der Wiesen dringend nachbessern.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
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