Mittwoch, 05 Aug 2020
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S59096 / CC-BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
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Mehr als 1000 Fälle antisemitischer Gewalt registrierte die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus im vergangenen Jahr. Das entspricht pro Tag fast drei Taten. Dazu kommen noch die zahlreichen Fälle, die von den Attackierten nicht zur Anzeige gebracht werden. Antisemiten verlieren offenbar immer häufiger die Scheu davor, ihr menschenfeindliches und rassistisches Gedankengut offen zur Schau zu stellen.

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War bislang häufig von Einzeltätern die Rede, so muss das Bild spätestens jetzt angesichts dieser Zahlen revidiert werden. Wie auch der Angriff eines Antisemiten auf eine Synagoge in Halle vor zwei Wochen gezeigt hat, handeln viele Täter vielleicht allein, aber sie wachsen in ein Milieu hinein, das sie antreibt und bestätigt. Dagegen müssen der Staat und alle demokratischen Kräfte vorgehen. Das parlamentarische Bündnis der Berliner Landespolitik, das nun den Blick gegen antisemitische Taten in der Stadt schärfen will, zeigt dabei in die richtige Richtung. Aber Appelle allein helfen nicht weiter. Es ist ein strukturiertes und zielgerichtetes Handeln auf mehreren Ebenen nötig, damit das Gift des Antisemitismus nicht in die offene Gesellschaft sickert und das friedliche Zusammenleben gefährdet.

Dabei ist Prävention an Schulen genauso wichtig, das Aufstehen gegen Alltags-Antisemitismus, der häufig mit einem verschwörerischen Lächeln gestreut wird, wie auch die konsequente Arbeit der Ermittlungsbehörden. Gerade sie sind es, die das Vertrauen in die politischen Institutionen garantieren. Jedes Zögern kann potenzielle Täter zu weiteren Taten ermutigen und das Klima weiter verrohen, jedes Verharmlosen spielt Antisemiten in die Karten.



Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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