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Wo bleibt Europas Antwort zu Nord Stream 2 US-Sanktionen?

Foto: Bair175 / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

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Wo bleibt Europas Antwort zu Nord Stream 2 US-Sanktionen?

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Keine Frage, dass der Deal mit dem russischen Staatskonzern Gazprom zur Errichtung der Ostseepipeline Nord Stream 2 ein Pakt mit Mephisto war. Wer sich ein Stückweit in Abhängigkeit eines Staates begibt, der unliebsame Bürger mitten in Berlin hinrichten lässt, sollte sich nicht wundern, wenn aus der Abhängigkeit irgendwann Erpressung folgt. Es gibt jedenfalls aus deutscher Sicht keinen Grund, das Böse ausschließlich westlich des Atlantiks in Washington zu verorten. Putin ist, das sollte man nie vergessen, kein verlässlicher Partner und Vereinbarungen, die er mit Deutschland oder anderen geschlossen hat, sind das Papier nicht wert, auf dem seine Unterschrift steht.

Doch wo leben wir eigentlich, wenn plötzlich ein Dritter ins Spiel drängt, frei vereinbarte Geschäfte torpediert und Sanktionen gegen Firmen verhängt, die sich am Bau der Ostsee-Pipeline beteiligen. Die Begründung, dass man Europa vor Schaden bewahren wolle, klingt ehrenhaft. Doch dass es sich um einen Wolf handelt, der sich den Schafspelz umgelegt hat, ist offenkundig: Trump und mit ihm die Demokraten und Republikaner in seltener Einigkeit, sehen Amerikas Felle auf dem Gasmarkt davonschwimmen. Das durch teures Fracking gewonnene Flüssiggas soll gewinnbringend in Europa verkauft werden - da ist eine von einem russischen Staatskonzern gebaute Pipeline ein unfreundliches Hindernis. Amerika first!

Als Reaktion auf die beschlossenen US-Sanktionen wäre eine konzertierte Antwort aus Europa angebracht. Doch stattdessen faucht - um im Bild der Tierwelt zu bleiben - ein Chiwawa den Wolf an, was dieser kaum wahrnehmen wird. "Eingriffe von außen und Sanktionen mit extraterritorialer Wirkung lehnen wir grundsätzlich ab", sagte gestern Bundesaußenminister Maas - und in Europa blieb es auffällig still. Denn Deutschland hat sich bei der Nord-Stream-Pipeline auch über Bedenken der europäischen Partner hinweggesetzt.

Letztlich zeigt das Projekt, was passiert, wenn die Vernunft aussetzt und es nur noch um geostrategische Interessen und Geld geht. Die USA wollen ihr Fracking-Gas loswerden, koste es, was es wolle. Deutschland will Versorgungssicherheit und billiges Gas aus Russland, und das ganze möglichst ohne zusätzliche Kosten, die bei der Durchleitung durch andere Länder entstünden. Dabei ignoriert man die Interessen der Ukraine, die bislang von Erdgas-Transfers lebt und nun Gefahr läuft, finanziell auszubluten, was im Interesse Putins wäre.

Auch wenn die USA das Projekt mit ihren Sanktionen nicht mehr stoppen werden: Das transatlantische Bündnis zerfällt weiter.



Quelle: ots/Fuldaer Zeitung
372 Wörter im Bericht.

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