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Seit Jahren fordern Umweltschützer die Bevölkerung auf, weniger Fleisch zu essen. Das tun sie nicht, um ihnen "den Spaß zu verderben" oder ihr "gutes Steak zu verbieten", wie immer wieder diejenigen behaupten, die sich durch die mahnenden Worte persönlich angegriffen fühlen. Es geht auch nicht darum, mit dem Finger auf Fleischesser zu zeigen und sich dadurch moralisch überlegen zu fühlen. Vegetarier und Veganer sind nicht per se bessere Menschen, Diskussionen darum ermüdend. Es geht darum, dass es mit Blick auf den Zustand unseres Planeten und seine endlichen Ressourcen fünf vor zwölf ist.

Donald Trump ist kein Betriebsunfall der amerikanischen Geschichte.
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Zersetzend

Der Zusammenhang zwischen Fleischproduktion und Klimawandel ist bekannt: Viehhaltung verursacht weltweit enorme Mengen an Treibhausgasen, was wiederum die globale Erwärmung vorantreibt. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 Millionen Menschen aus ihren Heimatländern fliehen müssen, weil diese durch die klimatischen Bedingungen unbewohnbar sein werden.

Für die industrielle Fleischproduktion sind derart viele Futtermittel notwendig, dass laut der Entwicklungshilfe-Organisation Misereor inzwischen auf fast einem Drittel der Äcker weltweit Soja und andere Pflanzen für die Massentierhaltung angebaut werden müssen.
Dafür wird nicht nur der klimaregulierende Regenwald abgeholzt, sondern werden auch Kleinbauern von ihrem Land vertrieben. Für wen das ausführlich dokumentierte Leid der Tiere in Massentierhaltung kein Argument ist, hier und da auf ein Schinkenbrötchen oder ein Schnitzel zu verzichten, den berührt vielleicht dies. Die ständig wachsende Lust auf Fleisch der sogenannten entwickelten Länder verursacht in anderen Teilen der Welt Armut, Hunger und Elend.

Produzenten vor Ort können zudem nicht mit den billigen Fleischexporten konkurrieren, mit denen die EU die Märkte der Entwicklungsländer flutet. Deswegen ist es nicht nur wichtig, dass der Einzelne sein Verhalten als Verbraucher hinterfragt, sondern auch entscheidend, dass in der Agrarpolitik umgedacht wird. Es ist ein Skandal, dass Konzerne mit ihren Fleischfabriken auf Kosten von kleinen Betrieben subventioniert werden.

Auch in Deutschland geben mittlere und kleine Betriebe zunehmend auf, während die Landesregierungen immer mehr Megaställe genehmigen - vor allem in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus dem aktuellen "Fleischatlas" von Heinrich-Böll-Stiftung und BUND hervor. In einer Umfrage der beiden Organisationen sind 80 Prozent der Bundesbürger bereit, für Fleisch aus artgerechter Haltung mehr zu zahlen. Wenn also die Mehrheit der Bürger die Massenproduktion von Billigfleisch gar nicht unterstützt, passt das mit den Entscheidungen der Politiker nicht zusammen. So etwas wie der von Greenpeace ins Gespräch gebrachte "Gülle-Euro", eine vom Produzenten zu leistende Abgabe auf Stickstoffüberschüsse, wäre immerhin ein Anfang. Zumindest für größere Betriebe.

Dem einzelnen Verbraucher die Verantwortung abnehmen, können staatliche Maßnahmen allerdings nicht. Ob oder wann er wie viel Fleisch isst, muss letztlich jeder selbst wissen. Aber die Folgen sind inzwischen hinlänglich bekannt.



Quelle: ots/Media Perspektiven


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