Joachim Gauck
Joachim Gauck Foto: Kleinschmidt / MSC / CC BY 3.0 de via Wikipedia
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Weder die Wünsche von Kanzlerin und Vizekanzler noch die hohen Beliebtheitswerte in der Bevölkerung haben Joachim Gauck bewegen können, noch einmal für das oberste Staatsamt zu kandidieren.

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Der einstige Pfarrer und "Freiheitsdenker", wie ihn Angela Merkel vor einigen Jahren zum 70. Geburtstag nannte, wäre ganz sicher gewählt worden. Doch Gauck war so frei und entschied sich anders. Immer weniger Deutsche sind bereit, die über die Jahrzehnte reichlich verstaubte Auswahl- und Wahlpraxis des Staatsoberhauptes hinzunehmen. Sie wollen, wie etwa in Österreich, den Präsidenten direkt wählen. Warum auch nicht?

Zwar hat das bislang praktizierte Wahlsystem gute, würdige bis überragende Bundespräsidenten hervorgebracht - von Theodor Heuß bis eben Joachim Gauck -, dennoch passt das heimliche Auskungeln der Kandidaten nicht mehr in die Zeit von direkter Demokratie und Transparenz. Das Hilfsgremium Bundesversammlung, das nur zur Wahl des Bundespräsidenten zusammentritt, war Ausdruck der Furcht der Väter des Grundgesetzes vor einem Präsidenten mit zu viel Macht. Doch diese Furcht ist in der jahrzehntelang gewachsenen und gefestigten Demokratie der Bundesrepublik inzwischen obsolet geworden.

Ein wirklicher Präsident, eine Präsidentin des Volkes, sollte auch direkt vom Souverän gewählt werden. Neue Befugnisse müsste das Staatsoberhaupt deshalb nicht bekommen.



Quelle: ots/Mittelbayerische Zeitung


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