Markus Söder
Markus Söder Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de
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Der Psychologe Stephan Grünewald, Mitglied im Corona-Expertenrat der NRW-Landesregierung, warnt im Krisenverlauf vor einer Entgleisung der Debatten. Eine wachsende Polarisierung drohe derzeit in wechselseitigen Vorwürfen zu münden, sagte der Geschäftsführer des Kölner "rheingold"-Instituts dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe). "Wer Armin Laschets Kurs einer verantwortungsvollen Öffnung folgt, kommt in den Ruch, mit dem Tod unzähliger Menschen zu spielen. Wer mit Markus Söder ein langsameres Tempo einschlagen will, wird für den Tod von Betrieben und die Vernichtung von Existenzen verantwortlich gemacht."

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Grünewald bezog sich auf eine aktuelle tiefenpsychologische Studie seines Instituts zur Stimmungslage in der Bevölkerung. Danach haben zwei Drittel der Bevölkerung eine immer größere Sehnsucht nach dem Ende des Lockdowns. Ein weiteres Drittel habe sich mit der Krise hingegen so gut eingerichtet, dass der Lockdwon "ruhig noch Monate weitergehen dürfte". In dieser psychologischen Gemengelage gebe es für jede Seite eine Symbolfigur: "Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder mit seiner Warnung vor einem verfrühten Ende des Lockdown ist für das Drittel, das sich mit der Krise gut eingerichtet hat, der fürsorgliche Hüter des kleinen Kreises. Söders NRW-Kollege Armin Laschet gilt dagegen als derjenige, der die Bürger aus dem Paradies vertreibt. Er fordert in ihren Augen: Geht wieder zu Schule, macht euer Abitur, nehmt eure Arbeit wieder auf. Das führt dazu, dass seine Sympathiewerte massiv sinken."

Grünewald verlangte vor diesem Hintergrund "eine klare politische Zieldefinition, wie das Primat der Gesundheit umgesetzt wird." Wichtig sei dafür, dass sich Fachleute und Politiker auf einen leitenden Parameter verständigten. "Bisher ging da vieles durcheinander: mal war es die Zeit, in der sich die Infektionen verdoppeln; mal die Ansteckungsrate; mal die verfügbare Zahl an Intensivbetten", erläuterte Grünewald. Darüber hinaus "brauchen wir den Schulterschluss der Länder statt der verwirrenden Brems- oder Öffnungs-Konkurrenz. Und schließlich verantwortungsvolle Bürger, die bereit sind sich lange an die neuen Spielregeln zu halten. Denn eine schnelle Rückkehr zur alten Normalität wird es nicht geben."

Quelle: ots/Kölner Stadt-Anzeiger
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