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Rassismus, Politik und Sport

Olympische Spiele 1936 [Fackelläufer]Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1976-116-08A / CC-BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

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Rassismus, Politik und Sport

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Als Pierre de Coubertin und seine Mitstreiter die Wiederbelebung der Olympischen Spiele vorantrieben, sahen sie darin auch die Chance, Völker und Nationen der Welt einander näherzubringen. So sollten nationale Egoismen überwunden und zu Frieden und internationaler Verständigung beigetragen werden. Die Begründer der modernen Sportbewegung wollten weg von der alten Körperertüchtigung, deren vorrangiges Ziel es ja war, junge Männer wehrtüchtig zu machen.

Doch schon die Gründerväter grenzten aus. Auch sie waren eben nicht frei von Standesdünkeln. 1936 verloren die Olympischen Spiele endgültig ihre Unschuld: In Berlin wurde die noble Idee sichtbar von der Politik missbraucht. Und die Politik ließ den Sport nicht mehr aus ihren Fängen. 1976 fehlten 16 afrikanische Länder in Montreal, weil Neuseeland den Boykott gegen Südafrika gebrochen hatte. 1980 in Moskau fehlten große Teile der westlichen Demokratien, vier Jahre später revanchierte sich der Ostblock. Und die Verbindungen zwischen Sport und Politik werden eher größer denn kleiner. Ohne Zustimmung der Regierenden gibt es keine Großveranstaltungen. Und auch kein Geld, sie überhaupt austragen zu können. Zwar dürfen Politiker und Staatsoberhäupter keinen direkten Einfluss in Sportverbänden haben, aber hinter den Kulissen ist vieles möglich.

Zur nationalen Erhöhung sind Sportevents die perfekte Bühne, die vor allem von Nicht- oder Scheindemokraten weidlich genutzt wird, um ihr Ansehen und damit auch ihre Anhänger zu mobilisieren. Erst kommt der Sieg auf dem Platz - und dann im Feld. Man hatte gehofft, dass wenigstens der Rassismus, der sich vor allem rund um den Fußball austobt, eingedämmt sei. Doch wie Aleksander Ceferin, Chef der Europäischen Fußballunion, zu Recht sagte: Das ist ein Trugschluss. Am Montag in Sofia, im September in Cagliari. Opfer damals: Romelu Lukaku von Inter Mailand. Das Sportgericht verhängte keine Strafe gegen den gastgebenden Klub. Begründung: Die Ordner hätten die Affenlaute nicht als diskriminierend empfunden. So wird man der Sache nicht Herr. Wobei man es könnte. Die Regeln, die sich die Sportler für Dinge verpasst haben, die auf und neben dem Platz passieren, geben es her. Es fehlt nur die konsequente Umsetzung. Geisterspiele etwa wirken deutlich mehr als Geldstrafen. Eine bereits zugesagte WM oder Olympia wieder entziehen, das würde auf der Welt zwar nicht für Frieden und Freiheit sorgen, aber es würde den Menschen, die zumindest noch ein bisschen auf die Umsetzung der wahren Ideale des Sports hoffen, einen Teil ihres Glaubens wiedergeben. Man wird ja noch hoffen dürfen.



Quelle: ots/Westfalen-Blatt
387 Wörter im Bericht.

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