#zeitfokus.

Sonntag, 29 Mär 2020
Foto: congerdesign / CC0 (via Pixabay)
 1-2 Minuten Lesezeit  341 Worte im Text  vor 103 Tagen
Kükentöten: Ausstiegsziel der Bundesregierung wackelt offenbar. Die Geflügelwirtschaft in Deutschland strebt offenbar zunächst nur einen Teilausstieg aus dem umstrittenen Töten männlicher Küken an. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Damit wäre die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), 2021 das millionenfache Töten zu beenden, hinfällig. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch spricht von Täuschung und fordert die Bundesregierung auf, das Kükentöten per Verbot komplett zu beenden. Bei der Kritik beruft sich Foodwatch auf ein internes Papier des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG). In dem Papier stellt der Lobbyverband zwar einen Ausstieg aus dem Kükentöten bis zum 1. Januar 2022 in Aussicht - das hatte zuletzt auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angekündigt. Der Ausstieg soll aber nicht komplett, sondern zunächst nur im Bereich der sogenannten Schaleneier vollzogen werden. Das sind die Eier, die Verbraucher im Karton im Supermarkt kaufen. Im Bereich der verarbeiteten Eier etwa für Gebäck oder Nudeln soll das Kükentöten zunächst weitergehen. Der Geflügelverband rechnet vor, dass durch Alternativen zum Vergasen männlicher Küken im Zuge der Schaleneier-Produktion etwa 26 Millionen männliche Tiere nicht mehr getötet werden müssten. Die Eier würden entweder weit vor dem Schlüpfen aussortiert und weiterverarbeitet. Oder die männlichen Tiere im Zuge sogenannter Bruderhahn-Initiativen aufgezogen. Die Gesamtzahl der vergasten Küken lag in den vergangenen Jahren allerdings zwischen 40 und 50 Millionen Tieren. "Das Ziel des Komplettausstiegs wird in den nächsten Jahren bis 2023 kontinuierlich weiterverfolgt", heißt es in dem Verbandspapier. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte auf Anfrage der "NOZ": "An den Zahlen wird sich noch einiges ändern." Es würden derzeit intensive Gespräche geführt, wie die Zahl der getöteten Hähne weiter gesenkt werden könne. Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker kritisierte den Plan der Geflügelwirtschaft. Er verwies darauf, dass die Große Koalition das Ende des Kükentötens ursprünglich bereits für diesen Herbst angekündigt hatte. Rücker: "Julia Klöckner muss die Frage beantworten, weshalb sie noch immer bei derart scheinheiligen Verhandlungen um einen freiwilligen Ausstiegstermin mitspielt, anstatt das Kükentöten endlich per Gesetz zu verbieten." Der Zentralverband warnt regelmäßig vor einem Verbot. Dies würde die Legehennenproduktion lediglich ins Ausland verdrängen, wo männliche Küken weiter getötet würden, so der Verband. Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Die Geflügelwirtschaft in Deutschland strebt offenbar zunächst nur einen Teilausstieg aus dem umstrittenen Töten männlicher Küken an. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung". Damit wäre die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), 2021 das millionenfache Töten zu beenden, hinfällig. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch spricht von Täuschung und fordert die Bundesregierung auf, das Kükentöten per Verbot komplett zu beenden. Bei der Kritik beruft sich Foodwatch auf ein internes Papier des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft (ZDG).

empty alt
Foto: Sinn Féin / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Wo ein Wille ist . . .

In dem Papier stellt der Lobbyverband zwar einen Ausstieg aus dem Kükentöten bis zum 1. Januar 2022 in Aussicht - das hatte zuletzt auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner angekündigt. Der Ausstieg soll aber nicht komplett, sondern zunächst nur im Bereich der sogenannten Schaleneier vollzogen werden. Das sind die Eier, die Verbraucher im Karton im Supermarkt kaufen. Im Bereich der verarbeiteten Eier etwa für Gebäck oder Nudeln soll das Kükentöten zunächst weitergehen.

Der Geflügelverband rechnet vor, dass durch Alternativen zum Vergasen männlicher Küken im Zuge der Schaleneier-Produktion etwa 26 Millionen männliche Tiere nicht mehr getötet werden müssten. Die Eier würden entweder weit vor dem Schlüpfen aussortiert und weiterverarbeitet. Oder die männlichen Tiere im Zuge sogenannter Bruderhahn-Initiativen aufgezogen. Die Gesamtzahl der vergasten Küken lag in den vergangenen Jahren allerdings zwischen 40 und 50 Millionen Tieren. "Das Ziel des Komplettausstiegs wird in den nächsten Jahren bis 2023 kontinuierlich weiterverfolgt", heißt es in dem Verbandspapier. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sagte auf Anfrage der "NOZ": "An den Zahlen wird sich noch einiges ändern." Es würden derzeit intensive Gespräche geführt, wie die Zahl der getöteten Hähne weiter gesenkt werden könne.

Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker kritisierte den Plan der Geflügelwirtschaft. Er verwies darauf, dass die Große Koalition das Ende des Kükentötens ursprünglich bereits für diesen Herbst angekündigt hatte. Rücker: "Julia Klöckner muss die Frage beantworten, weshalb sie noch immer bei derart scheinheiligen Verhandlungen um einen freiwilligen Ausstiegstermin mitspielt, anstatt das Kükentöten endlich per Gesetz zu verbieten." Der Zentralverband warnt regelmäßig vor einem Verbot. Dies würde die Legehennenproduktion lediglich ins Ausland verdrängen, wo männliche Küken weiter getötet würden, so der Verband.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrNachrichten
Lindner forderte, dass die Hilfen für die Wirtschaft "schneller und unbürokratischer ankommen".
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Merkels Appell war dringlich und angemessen

FDP-Chef Christian Lindner hat die Fernsehansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt. "Der Appell in seiner Dramatik war dringlich und angemessen und kam zum richtigen Zeitpunkt. Es haben...
Joe Biden
Foto: Gage Skidmore / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Joe Bidens unverhofftes Comeback

Drei Tage bedeuten in der amerikanischen Politik eine halbe Ewigkeit. Den Beweis dafür trat nun Joe Biden bei den Vorwahlen der Demokraten an. Innerhalb dieses Zeitraums gelang ihm das politische...
Ist die geschichtsträchtigste Woche erst erreicht, wenn Lagarde Helikoptergeld 5.0 ankündigt?
Foto: Paul Fiedler

Die Turbulenzen halten an

Ob die gerade abgelaufene Woche als die geschichtsträchtigste in Sachen Coronakrisen-Bekämpfung in die Kapitalmarktjahrbücher eingehen wird oder ob dies nur der Anfang einer Kette von Paukenschlägen internationaler...
Christine Lagarde: "Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln."
Foto: Marie-Lan Nguyen / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Whatever it takes 2.0

Wenngleich die Worte nicht genau die gleichen sind -"everything necessary" versus "whatever it takes" -, so ist die Botschaft exakt die gleiche: So wie Ex-EZB-Präsident Mario Draghi 2012 versprach,...
Leider wirkt - auch in der Krise - nicht jedes Mittel gleich gut.
Foto: 1820796 / CC0 (via Pixabay)

Gegensteuern

Viel hilft viel. Das ist derzeit die Devise der Politiker rund um den Globus. Ob Helikoptergeld, direkte Finanzspritzen, Liquiditätshilfen oder Steuerstundungen - zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der...
Es ist ein großer Fehler, dass die EU keine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen wirtschaftliche Auswirkungen hat.
Foto: 𝓴𝓘𝓡𝓚 𝕝𝔸𝕀

Ökonomen warnen wegen Coronavirus vor neuer Banken- und Staatsschuldenkrise

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus warnen führende Ökonomen vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts, sagte der "Neuen...
Vorsicht, Rücksicht, Nachsicht - die kommenden Wochen werden zum Charaktertest für jeden Einzelnen.
Foto: Richard Burlton

Leben in Zeiten von Corona

Das Wochenende hat einen ersten Vorgeschmack auf das geliefert, was uns in der Corona-Krise erwartet. Unsere gewohnte Art zu leben ist schon jetzt stark eingeschränkt. Und es wird noch drastischer...
Back To Top