Claus-Peter Reisch
Claus-Peter Reisch Foto: Henning Schlottmann / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  320 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Der Kapitän und Seenotretter Claus-Peter Reisch hat seinen Freispruch vor einem maltesischen Berufungsgericht am Dienstag als "lange überfällig" bezeichnet. Es sei "bedauerlich, dass es zwölf Sitzungen gedauert hat, um meine Unschuld festzustellen", sagte Reisch der Tageszeitung "neues deutschland" (Mittwochausgabe). Man müsse nun "nach vorne schauen, wie es insgesamt mit der zivilen Seenotrettung weitergeht". Reisch war vom Vorwurf freigesprochen worden, mit einem falsch registrierten Schiff unterwegs gewesen zu sein; eine Geldstrafe von 10.000 Euro Strafe wurde aufgehoben.

Der Verfall der türkischen Lira wurde durch die Personalentscheidungen und die Kehrtwende der Politik jedenfalls gestoppt.
Foto: Kadir Kritik

Radikalkur am Bosporus

Im Juni 2918 hatte er mit einem Schiff der Nichtregierungsorganisation Mission Lifeline vor der libyschen Küste 234 Geflüchtete gerettet und konnte erst nach tagelangem Warten in einen Hafen Maltas fahren. Dort wurde der Kapitän kurzzeitig festgenommen und das NGO-Schiff von den Behörden beschlagnahmt.

Axel Steier, Mitbegründer und Sprecher von Mission Lifeline, nannte die Entscheidung des Berufungsgerichts ein "überraschendes Urteil." "Wir haben den Eindruck, dass die Augen sehr auf Malta gerichtet sind aufgrund des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia und den schleppenden Ermittlungen zu dem Fall", sagte Steier dem "nd".

Während es in Reischs Fall nun ein Urteil zu seinen Gunsten gab, müssen andere Seenotretter weiterhin bangen. Gegen die Kapitäninnen Pia Klemp und Carola Rackete der Organisation Sea-Watch gibt es noch keine Urteile. Die italienischen Behörden wollen sie für ähnliche Rettungsaktionen wie die von Reisch belangen. Dass in dessen Fall das Urteil revidiert wurde, sei "ein Zeichen, dass nicht Seenotretter die Schuldigen sind, sondern europäische Staaten eine Abschottungspolitik durchsetzen, die ihren eigenen Grundrechten widerspricht", kritisierte Ruben Neugebauer, Sprecher der Organisation Sea-Watch.

Ska Keller, Grünen-Vorsitzende im EU-Parlament, begrüßte Reischs Freispruch. "Lebensretter wie Claus-Peter Reisch übernehmen durch ihren Einsatz die humanitäre Pflicht und Verantwortung, vor der sich EU-Regierungen drücken", sagte sie dem "neuen deutschland". Dass diese dafür kriminalisiert und vor Gericht gezerrt würden, sei ein Skandal. Die Grünen-Politikerin forderte, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten ein ziviles Seenotrettungsprogramm ins Leben rufen.



Quelle: ots/neues deutschland
#mehrNachrichten
In Zeiten der Wirtschaftserholung nach dem letztjährigen Pandemieschock darf man sich von üppigen Wachstumsraten nicht blenden lassen.
Foto: Nuno Alberto

Reise rückwärts: Die Konjunkturellen Entwicklung in China

Chinas Industrieproduktion ist im April um fast 10 Prozent gestiegen, die Einzelhandelsumsätze sind um knapp 18 Prozent in die Höhe geschnellt und die Anlageinvestitionen brummen mit 20 Prozent...
Der Green Deal sieht unter anderem vor, dass zehn Prozent der Land- und Meeresflächen in Europa unter strengen Schutz gestellt werden.

Milliardenschäden durch von der EU geplante Flächenstilllegungen

Die Wald- und Landbesitzer in Deutschland sprechen sich vehement gegen mögliche Flächenstilllegungen im Rahmen des von der Europäischen Union geplanten Green Deal aus. "Zehn Prozent...
Back To Top