Samstag, 15 Aug 2020
Claus-Peter Reisch
Claus-Peter Reisch Foto: Henning Schlottmann / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  320 Worte im Text  vor 220 Tagen

Der Kapitän und Seenotretter Claus-Peter Reisch hat seinen Freispruch vor einem maltesischen Berufungsgericht am Dienstag als "lange überfällig" bezeichnet. Es sei "bedauerlich, dass es zwölf Sitzungen gedauert hat, um meine Unschuld festzustellen", sagte Reisch der Tageszeitung "neues deutschland" (Mittwochausgabe). Man müsse nun "nach vorne schauen, wie es insgesamt mit der zivilen Seenotrettung weitergeht". Reisch war vom Vorwurf freigesprochen worden, mit einem falsch registrierten Schiff unterwegs gewesen zu sein; eine Geldstrafe von 10.000 Euro Strafe wurde aufgehoben.

Die geplante Smartphone-Anwendung "sagt nichts darüber aus, ob ein tatsächliches Infektionsrisiko besteht.
Foto: Arie Wubben

Zweifel an Nutzen von Corona-App

Im Juni 2918 hatte er mit einem Schiff der Nichtregierungsorganisation Mission Lifeline vor der libyschen Küste 234 Geflüchtete gerettet und konnte erst nach tagelangem Warten in einen Hafen Maltas fahren. Dort wurde der Kapitän kurzzeitig festgenommen und das NGO-Schiff von den Behörden beschlagnahmt.

Axel Steier, Mitbegründer und Sprecher von Mission Lifeline, nannte die Entscheidung des Berufungsgerichts ein "überraschendes Urteil." "Wir haben den Eindruck, dass die Augen sehr auf Malta gerichtet sind aufgrund des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia und den schleppenden Ermittlungen zu dem Fall", sagte Steier dem "nd".

Während es in Reischs Fall nun ein Urteil zu seinen Gunsten gab, müssen andere Seenotretter weiterhin bangen. Gegen die Kapitäninnen Pia Klemp und Carola Rackete der Organisation Sea-Watch gibt es noch keine Urteile. Die italienischen Behörden wollen sie für ähnliche Rettungsaktionen wie die von Reisch belangen. Dass in dessen Fall das Urteil revidiert wurde, sei "ein Zeichen, dass nicht Seenotretter die Schuldigen sind, sondern europäische Staaten eine Abschottungspolitik durchsetzen, die ihren eigenen Grundrechten widerspricht", kritisierte Ruben Neugebauer, Sprecher der Organisation Sea-Watch.

Ska Keller, Grünen-Vorsitzende im EU-Parlament, begrüßte Reischs Freispruch. "Lebensretter wie Claus-Peter Reisch übernehmen durch ihren Einsatz die humanitäre Pflicht und Verantwortung, vor der sich EU-Regierungen drücken", sagte sie dem "neuen deutschland". Dass diese dafür kriminalisiert und vor Gericht gezerrt würden, sei ein Skandal. Die Grünen-Politikerin forderte, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten ein ziviles Seenotrettungsprogramm ins Leben rufen.



Quelle: ots/neues deutschland
#mehrNachrichten
Die Betroffenen müssen Deutschland verlassen und dürfen nicht wieder einreisen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, kann eine Abschiebung folgen.
Foto: Ahmad Ardity

Zahl der Ausweisungen von Ausländern drastisch gestiegen

Die Zahl der Ausweisungen ist im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Fraktion...
Insbesondere Alleinerziehende fühlten sich vielfach im Stich gelassen.
Foto: PDPics

Zusammenhalt in der Corona-Krise - Der Staat muss mehr tun

Der Sozialverband VdK Deutschland fordert mit Blick auf die Corona-Krise weitere Schritte, um den Zusammenhalt der Gesellschaft in Deutschland zu sichern. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der...
Europa muss auch sicherheitspolitisch einen Mehrwert produziert. Dies ist eine der großen Zukunftsaufgaben.

Akut einsturzgefährdet

Donald Trump spielt wieder die deutsche Karte. Man täusche sich nicht: Der US-Präsident mag zwar wie von allen guten Geistern verlassen durch die Corona-Krise irren, doch am sicheren Gespür für die...
Das Bundesumweltministerium will sowohl das Bundesnaturschutz- als auch das Wasserhaushaltsgesetz reformieren.

Insektenschutzgesetz: Ministerium will Gewässerrandstreifen und weniger Lichtverschmutzung

Das Bundesumweltministerium hat Reformvorschläge zum stärkeren Schutz von Insekten vorgelegt. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf den Referentenentwurf zum sogenannten...
Asperg, Deportation von Sinti und Roma
Foto: Bundesarchiv R 165 Bild-244-47 / CC BY-SA 3.0 DE

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma warnt vor neuem Nationalismus

Vor dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma an diesem Sonntag (2. August) hat der Zentralratsvorsitzende in Deutschland, Romani Rose, vor einem neuen Nationalismus in Europa gewarnt. In einem...
Gregor Gysi
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1124-012 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud / CC BY-SA 3.0 DE

Ich hätte 1989 Nein sagen sollen, Politiker zu werden

Gregor Gysi führt seine Herzinfarkte auf den Stress und die Anfeindungen gegen ihn als Linken-Politiker zurück. "Hätte ich gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich im Dezember 1989 Nein sagen...
Tui hat durch Covid-19 in allen Geschäftsfeldern vernichtende Schläge erhalten.
Foto: Bernhard Post

Kontrastprogramm

Die Gegensätze können augenscheinlich kaum größer sein: Während der Touristikriese Tui offenbar völlig unsicher ist, wohin die Reise noch geht, nimmt das kalifornische Start-up Airbnb in bewegten...
Back To Top