Foto: Evi Sachenbacher-Stehle / Salomon
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Knapp ein Jahr nach dem Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi geht jetzt ihr damaliger Mentalcoach Stefan Saxinger zum ersten Mal an die Öffentlichkeit.

Auf der Umweltministerkonferenz hatten lediglich Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern sowie das Saarland erklärt, den Leitfaden zur Grundlage im Umgang mit dem Wolf zu machen.
Foto: Alexas_Fotos

Leitlinien zum Wolfsabschuss

Hintergrund sind Vorwürfe, der Personal-Trainer aus Bad Tölz hätte der ehemaligen Biathletin ein Nahrungsergänzungsmittel verabreicht, in dem die Dopingsubstanz Methylhexanamin enthalten gewesen sei. Im Bayerischen Rundfunk lässt Saxinger über seinen Anwalt Rainer Cherkeh mitteilen, dass ihm nichts vorzuwerfen sei.

Rechtsanwalt Rainer Cherkeh: "Bei dem in Rede stehenden Produkt handelte es sich um einen Tee aus der Schisandra-Beere, wie er in diversen Bio-Läden für jedermann zu erwerben ist und der die Funktion hat, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Nicht mehr und nicht weniger. Wo und wie es gegebenenfalls im Rahmen des Herstellungsprozesses zu einer Kontamination des Tees mit einer geringen Konzentration der Substanz Methylhexanamin gekommen sein könnte, ist unklar geblieben."

Nach Bekanntwerden des Dopingfalls "Sachenbacher-Stehle" ermittelte die Staatsanwaltschaft München gegen Stefan Saxinger und drei weitere Personen, die unter Verdacht standen, der Biathletin das Präparat zugänglich gemacht zu haben. Die Ermittlungen wurden eingestellt, weil kein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz festgestellt werden konnte.

Vertrieben wurde das Produkt von einer Firma aus Marburg in Hessen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wird die Firma von den dortigen Lebensmittelbehörden derzeit untersucht. Wie ein Sprecher des Landkreises Marburg-Biedenkopf bestätigt, habe bereits eine Betriebsprüfung mit Produktproben-Entnahme stattgefunden. Die fragliche Dopingsubstanz sei bisher aber nicht gefunden worden. Die Firma habe ihren Internethandel eingestellt.

Der Deutsche Skiverband DSV hat unterdessen aus dem Dopingfall Sachenbacher-Stehle Konsequenzen gezogen. Um zu verhindern, dass DSV-Athleten verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, hat der Skiverband laut Sprecher Stefan Schwarzbach jetzt rund 100.000 Euro in neue Präventionsmaßnahmen investiert. Unter anderem wurde eine externe Ernährungsberaterin engagiert sowie eine App für Smartphones entwickelt, mit der sich die Athleten bei Fragen ständig informieren können. Es sei aber weiter nicht auszuschließen, dass DSV-Sportler auch über externe Berater Nahrungsergänzungsmittel beziehen.

DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach: "Wir haben mündige Athleten. Und wir können keinem vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat. Wenn jemand einen externen Berater hat, dann ist es erst einmal sein gutes Recht. Aber wir erwarten schon, dass dann entsprechend auch Rücksprache gehalten wird mit unseren Experten, mit unseren Mannschaftsärzten. Um eben ausschließen zu können, dass da jemand einem Scharlatan aufliegt."

Quelle: Bayerischer Rundfunk (BR)


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