Dienstag, 11 Aug 2020
Foto: Yannes Kiefer / CC0 (via Unsplash)
 1-2 Minuten Lesezeit  261 Worte im Text  vor 202 Tagen

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit läuft es bei der Bahn derzeit nicht rund. Kurz nachdem sie sich mit einem äußerst verunglückten Tweet zur auf dem Boden eines überfüllten ICE hockenden Klimaaktivistin Greta Thunberg in die Nesseln gesetzt hatte, legte die Bahn über den gleichen Kanal noch mal nach und erntete erneut Häme und Spott: Eine Mutter wollte mit ihrem Kinderwagen in einen Zug einsteigen und hatte dafür eine Bahn-Mitarbeiterin um Hilfe gebeten. Die weigerte sich. Daraufhin behauptete das Social-Media-Team beim Kurznachrichtendienst, die Mitarbeiterin hätte aus versicherungstechnischen Gründen nicht helfen dürfen - eine peinliche Schutzbehauptung, wie sich später herausstellte.

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Foto: Montecruz Foto / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Angriffe auf die Polizei an der Rigaer Straße

Der Staatskonzern sollte es mit der Wahrheit etwas genauer nehmen. Das gilt auch für das Thema Zuverlässigkeit. So jubelte die Bahn im Dezember angesichts einer Pünktlichkeitsquote von unter 80 Prozent, dass es sich um den besten Wert für den Monat seit 2016 handele. Das mag zwar sein, zeigt aber vor allem die Schwäche dieser Messgröße. Denn die komplett entfallenen Züge tauchen in der Statistik nicht auf. Und die sind für die Kunden ein ungleich größeres Ärgernis als eine Verspätung. Den dort eingefahrenen Rekordwert verschweigt die Bahn lieber.

Natürlich hat es das Unternehmen derzeit nicht leicht. Es ist zentraler Baustein der Mobilitätswende, die Erwartungen sind groß, möglicherweise unerfüllbar. Zugleich ächzt es unter den Altlasten, die ihm die inzwischen beerdigten Börsenpläne eingebracht haben. Umso dringender muss die Bahn aufhören, die Wahrheit zu ihren Gunsten auszulegen und missliebige Details zu verschweigen. So wie sie monatlich ihre Pünktlichkeitswerte veröffentlicht, muss sie über gestrichene Verbindungen informieren. Das schuldet sie ihren Kunden und ihrem Eigner.



Quelle: ots/Rheinische Post
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