#zeitfokus.

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Diese Zeit gehört Dir: Seit etwas mehr als fünf Jahren wirbt die Deutsche Bahn nun schon mit diesem Slogan. Die meisten Bahnkunden können ihn nur noch mit einem müden Lächeln quittieren. Viele Reisende kennen die Werbeplakate vor allem von unfreiwillig verlängerten Aufenthalten an Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen. Hier stranden sie regelmäßig aufgrund von Verspätungen oder Zugausfällen.

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Diese Zeit gehört Dir, das wird sich am Montag auch Bahnvorstand Alexander Doll gedacht haben, dessen Aufhebungsvertrag vom Aufsichtsrat gutgeheißen wurde. Zuvor hatten Chefkontrolleur Michael Odenwald und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem langjährigen Investmentbanker in den vergangenen Tagen den freiwilligen Rücktritt nahegelegt. Dem Finanzchef der Bahn wurde vorgeworfen, sich beim Verkauf der Bahntochter Arriva zu viel Zeit damit gelassen zu haben, Aufsichtsrat und Eigentümer der Bahn über Altlasten zu informieren, die den Verkaufserlös unter den Buchwert des Nahverkehrsunternehmens gedrückt hätten. Das wurde aus dem Umfeld des Konzerns verbreitet. Der CFO wies die Vorwürfe zurück, unterschrieb vor dem Wochenende aber doch einen Aufhebungsvertrag, dem der Aufsichtsrat am Montag zustimmte.

In der zeitlos schönen Pressemitteilung zu der Personalie ist von Versäumnissen keine Rede mehr. Stattdessen spricht Aufsichtsratschef Odenwald dem scheidenden Finanzvorstand seinen "herzlichen Dank" aus und lobt Doll in den höchsten Tönen für seine "klare Kommunikation", die Einführung von "innovativen Finanzierungsinstrumenten" und den Verkaufsprozess für Arriva, den er "professionell aufgesetzt" habe. Das makellose Abschlusszeugnis, das Doll der Bahn offenbar in den Block diktieren konnte, weil die kolportierten Vorwürfe arbeitsrechtlich nicht standgehalten hätten, ist eine schallende Ohrfeige für Aufsichtsrat und Vorstand der Bahn sowie für den Verkehrsminister.

Die Zeichen der Zeit sollten der Bahn eigentlich in die Karten spielen. Die Regierung hat die Schiene zur Allzweckwaffe für das Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor erkoren und lässt sich das im Rahmen der neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung rund 86 Mrd. Euro für Erhalt und Modernisierung des Schienennetzes kosten. Insgesamt stehen der Bahn gemäß Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla bis 2030 sogar 155 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Abgang von Doll zeigt indessen, dass die Bahn weiter zu viel Zeit mit Ränkespielen vergeudet.



Quelle: ots/Börsen-Zeitung
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