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ÖPNV

Deutschlands Landkreise gegen Ampel-Pläne für 3G im ÖPNV

Deutschlands Landkreise stemmen sich gegen die geplante 3G-Regelung im ÖPNV, wonach Nichtgeimpfte nur noch mit negativem Corona-Test Busse und Bahnen nutzen dürfen. "So richtig es ist, die Kontakte im öffentlichen Raum zu reduzieren, so falsch ist es, nicht umsetzbare Einschränkungen vorzunehmen", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Dies gilt zum Beispiel für 3G im öffentlichen Nahverkehr. Eine solche Pflicht wäre praktisch nicht zu kontrollieren."

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So richtig es ist, die Kontakte im öffentlichen Raum zu reduzieren, so falsch ist es, nicht umsetzbare Einschränkungen vorzunehmen.
So richtig es ist, die Kontakte im öffentlichen Raum zu reduzieren, so falsch ist es, nicht umsetzbare Einschränkungen vorzunehmen.
Foto: Serj Sakharovskiy

Deutschlands Landkreise stemmen sich gegen die geplante 3G-Regelung im ÖPNV, wonach Nichtgeimpfte nur noch mit negativem Corona-Test Busse und Bahnen nutzen dürfen. "So richtig es ist, die Kontakte im öffentlichen Raum zu reduzieren, so falsch ist es, nicht umsetzbare Einschränkungen vorzunehmen", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Dies gilt zum Beispiel für 3G im öffentlichen Nahverkehr. Eine solche Pflicht wäre praktisch nicht zu kontrollieren."

Sager reagierte auf die Pläne von SPD, Grünen und FDP für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Diese sehen unter anderem die Einführung der 3G-Regel für den Arbeitsplatz und den ÖPNV vor. Im öffentlichen Nahverkehr "sollte es bei genereller Reduzierung der Reisetätigkeit - beispielsweise durch Homeoffice - bei Abstand und Maskenpflicht bleiben", so Sager. "Im Fernverkehr wäre 3G hingegen eine Möglichkeit, da längere Kontakte gefahrgeneigter sind und man bei der Buchung der Fahrkarte sein Impfzertifikat oder Testergebnis hochladen könnte."

Grundsätzlich ist aber auch der Präsident der 294 Kreise und Landkreise für eine stärkere Eindämmung: "Die aktuelle Lage zwingt uns zu konsequenten Maßnahmen", sagte Sager der NOZ. "In Gebieten mit hoher Inzidenz wird es wahrscheinlich generell notwendig werden, zu 2G überzugehen", also Ungeimpfte vom öffentlichen Leben auszuschließen. Auch hier aber möglicherweise mit bestimmten Ausnahmen, etwa für den Friseurbesuch, wo 3G gelten könne. "Und nach wie vor sollten wir regional differenzierte Lösungen anstreben."

Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen müsse "ein Lockdown gleich welcher Ausprägung unbedingt verhindert werden", betonte Sager. "Daher ist es allerhöchste Zeit für eine Impfpflicht vor allem für Pflegekräfte. Wir vergeuden jeden Tag wertvolle Zeit. Wir müssen handeln, und zwar jetzt!" Der Landkreistagspräsident forderte eindringlich "eine Steigerung der Impfquote, Booster-Impfungen, den Schutz vulnerabler Gruppen und die Reduzierung von Kontakten." Das sei "der Weg heraus aus der Pandemie".

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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