Die Altersstruktur in der Bevölkerung verändert sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend. Das hat Folgen für den Fiskus.
Die Altersstruktur in der Bevölkerung verändert sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend. Das hat Folgen für den Fiskus. Foto: Alexas_Fotos / CC0 via Pixabay
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Während Wissenschaft und Politik die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Rentenkassen bereits intensiv diskutieren, werden die Folgen für die Steuereinnahmen meist ausgeblendet. Das könnte fatal sein, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und zeigt in einer Studie Gegenmaßnahmen auf.

Noch ist in Deutschland kaum etwas vom demografischen Wandel zu merken: Die Bevölkerung wächst und die Zahl der Arbeitnehmer liegt auf Rekordniveau. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass gegenwärtig mehr Menschen nach Deutschland kommen, als das Land verlassen. Davon profitiert auch das deutsche Renten- und Steuersystem: Laut IW-Berechnungen fließen im Jahr 2024 real drei Milliarden Euro mehr in die Steuerkasse als heute.

Doch das wird nicht so bleiben. Die Altersstruktur in der Bevölkerung verändert sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend; das Verhältnis von Rentnern zu Berufstätigen steigt von derzeit 1:3 auf 1:2 im Jahr 2035. In 20 Jahren müssen also zwei Berufstätige einen Rentner finanzieren. Das hat Folgen für den Fiskus: 2035 werden die Steuereinnahmen gemessen in heutigen Preisen um 18 Milliarden Euro geringer ausfallen als derzeit, rechnen die IW-Experten vor.

Die Politik muss die aktuellen Haushaltsüberschüsse nutzen, um Rücklagen für die kommenden Jahre zu bilden, etwa in Form eines Demografie-Fonds, fordert IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. Damit könnten die finanziellen Folgen des demografischen Wandels abgefangen werden. Zudem müsse die Frage beantwortet werden, welche öffentlichen Leistungen die Gesellschaft langfristig benötigt und wie diese finanziert werden können. „Die Zeit drängt“, erklärt Bardt. Die hohe Nettozuwanderung verschiebe die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Steuereinnahmen zwar um einige Jahre. „Die Politik hat aber nur noch zwei Legislaturperioden Zeit, die Weichen so zu stellen, dass die simulierten Ergebnisse nicht Realität werden.“



Quelle: IW Köln


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