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Corona
Corona Foto: Paul Birman / CC0 (via Pixabay)
 2-3 Minuten Lesezeit  575 Worte im Text  vor 91 Tagen

Liebe Leserin, lieber Leser, sind Sie jung, halbwegs fit und haben keine schlimmen chronischen Krankheiten? Dann können Sie trotz der vielen Schlagzeilen rund um das Coronavirus ziemlich entspannt sein. Eine Coronainfektion würde für Sie wohl kaum schlimmer sein als ein Schnupfen. Sie würden mit einiger Wahrscheinlichkeit zu jenen 80 Prozent der Infizierten zählen, die nach den bisher bekannten Statistiken genesen, ohne überhaupt richtig krank zu werden.

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Foto: stux / CC0 de (via Pixabay)

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Falls Sie kleine Kinder haben, würden auch die eine Infektion höchstwahrscheinlich locker wegstecken. Auch das legen die aktuell verfügbaren Statistiken nahe. Eine Garantie dafür, auf jeden Fall mit heiler Haut davonzukommen, bedeutet das allerdings auch wieder nicht.

Sind Sie aber nicht mehr ganz so jung, haben Sie vielleicht eine schwerere Krankheit durchgemacht oder sind Sie ohnehin angeschlagen? Dann sollten Sie besser alles daran setzen, keine Coronainfektion zu bekommen. Denn die könnte bei Ihnen wirklich unangenehm verlaufen. Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen, zumeist solchen im fortgeschrittenen Rentenalter oder solchen mit Vorerkrankungen, registrieren die Ärzte schwere und bisweilen lebensbedrohliche Krankheitsverläufe. Das heißt andererseits aber auch nicht, dass jede Infektion bei einer Risikoperson schlimme Folgen haben muss.

Was die Sache noch komplizierter macht: Die Jungen und die Alten, die Fitten und die weniger Fitten, die mit geringem und die mit erhöhtem Risiko, wohnen Tür an Tür, fahren zusammen im Bus und stehen gemeinsam in der Schlange vor der Supermarktkasse. Was der eine leicht wegstecken kann, kann für den anderen wirklich bedrückend werden.

Für eine Person mit erhöhtem Risiko kann es durchaus sinnvoll sein, einen größeren Vorrat an Lebensmitteln auf einmal einzukaufen, um möglichst selten in der Supermarkt gehen zu müssen, wo sich vielleicht Virusträger befinden. Das funktioniert aber nicht, wenn andere die Regale schon leergekauft haben. Und das vielleicht nur deshalb, weil der Nachbar, der Arbeitskollege, die beste Freundin auch Vorräte angelegt haben. Man weiß ja nie... Das ist dann schon Hysterie, und die ist immer ein schlechter Ratgeber. Das Coronavirus ist hochinfektiös, es verbreitet sich schnell, aber es ist weder Ebola noch die Spanische Grippe. Es wird nicht von heute auf morgen tausende Todesfälle in Deutschland verursachen. Es ist für die große Mehrheit der Bevölkerung eher lästig als gefährlich.

Es werden auch nicht Millionen Deutsche fiebernd im Krankenbett liegen. Das öffentliche Leben, die Lebensmittelversorgung, Strom- und Wasserleitungen - all das wird vielleicht verlangsamt, jedoch nicht zum Erliegen kommen. Zugleich stellt das Virus für einen nicht ganz kleinen Teil der Bevölkerung offenbar eben doch eine wirkliche Gefahr dar.

Nehmen wir die Situation also so ernst wie nötig und so gelassen wie angemessen. Schützen wir diejenigen, die Schutz nötig haben. Indem wir uns so verhalten, dass wir das Coronavirus und möglichst auch alle anderen Erreger nicht leichtfertig verbreiten. Häufigeres Händewaschen ist zumutbar. Und sein Gegenüber nicht anzuhusten, sollte ja ohnehin selbstverständlich sein.

Helfen wir den wirklich Kranken, wenn es die demnächst tatsächlich in größerer Zahl geben sollte, indem wir uns solidarisch verhalten. Zum Arzt gehen sollte nur, wer wirklich krank ist. Leichtes Fieber lässt sich auch zu Hause auskurieren. Und Arbeitgeber sind gut beraten, nicht als erstes nach einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu rufen, wenn ein Mitarbeiter Husten oder Halsweh hat. Klar, es könnte ja auch nur eine ganz banale Erkältung sein. Aber auch die ist ansteckend. Und die ganz normale Grippesaison ist ja auch noch nicht beendet. Grippe plus Corona plus Hysterie: Diese Kombination könnte das ja eigentlich ja ganz gut gerüstete Gesundheitswesen tatsächlich schwindelig machen.

Wünschen wir uns allen also einen kühlen Kopf. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Quelle: ots/Westfalen-Blatt
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