Foto: Marbus1966 / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
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Halloween und Reformationstag: Ein symbolträchtiges Datum hat sich Engelbert Lütke Daldrup, in Fachkreisen nur kurz ELD genannt, für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens da ausgesucht. Und den Berlinern bleibt nun nur noch die Hoffnung, dass das Datum 31. Oktober 2020 sich nicht als Menetekel, als unheilvolles Vorzeichen, erweist. Dass es diesmal wirklich klappt, den Flughafen in Betrieb zu nehmen.

Berliner Innensenator Andreas Geisel lieferte Querdenkern den Stoff für ihre Empörung auf dem Silbertablett.
Foto: United Nations COVID-19 Response

Solche Demos müssen wir aushalten

Denn ein bisschen gruselig ist einem schon zumute, wenn man bedenkt, was in den kommenden zwölf Monaten auf der Pannenbaustelle alles noch geschehen muss, damit dieses desaströse Vorhaben endlich zu einem wenigstens einigermaßen versöhnlichen Abschluss geführt wird.

Zur Erinnerung: Der Eröffnungstermin wurde bereits sechs Mal verschoben. Ursprünglich sollte das größte Infrastrukturprojekt in der Region Berlin-Brandenburg im Oktober 2011 an den Start gehen. Richtig schlimm wurde es dann ein Jahr später, am 3. Juni 2012: Die bereits international groß angekündigte Eröffnungszeremonie musste vier Wochen vor dem Termin abgeblasen werden, weil das zuständige Landratsamt aufgrund vieler Mängel die Baufreigabe nicht erteilte. Acht Jahre später sind die ursprünglich veranschlagten zwei Milliarden Baukosten auf mehr als 6,5 Milliarden Euro gestiegen. Und noch immer, auch daran muss heute erinnert werden, gibt es keine Baufreigabe.

Es hat schon viele Flughafenchefs gegeben, die Eröffnungstermine verkündet haben. Deshalb ist es noch zu früh, um die Champagnerkorken knallen zu lassen. Ob die Berliner und Brandenburger am 31.10.2020 Reformation, also Erneuerung, feiern werden oder wieder nur ein weiteres Gruselfest, das wird erst im Frühjahr feststehen, denn dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Dann wird sich zeigen, ob das Amt diesmal seinen grünen Stempel gibt - und ELD sein Versprechen halten kann.



Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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