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Diese Groko geht in ihren zweiten Herbst. Vielleicht wird es ihr letzter. Es könnten jedenfalls sehr stürmische Monate werden, auf die ein ziemlich kalter Winter folgt. Schon das erste Jahr des erneuten gemeinsamen, wenn auch reichlich unfreiwilligen Regierens von CDU, CSU und SPD war keine Spaßveranstaltung. Im vergangenen Sommer hatte der damalige CSU-Vorsitzende Horst Seehofer die Koalition im Flüchtlingsstreit mit der großen Schwester CDU an den Rand des Scheiterns geführt. Die Groko-Katastrophe wurde unter tätiger Mithilfe der SPD, die dem Koalitionsfrieden zur Begrenzung des Flüchtlingszuzuges ja zustimmen musste, gerade noch abgewendet.

"Was wir nicht wirklich brauchen, ist ein Schwelgen in rot-grüner Nostalgie", sagte Althusmann
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Vize-Ministerpräsident Althusmann kritisiert Regierungschef Weil für Koalitionsaussage

Inzwischen haben alle drei Parteien - aus sehr verschiedenen Gründen - neue Vorsitzende, die SPD gleich drei Interimschefs für eine Phase des Übergangs. Die Schwäche der SPD, die um ihr Überleben als Volkspartei kämpft, ist mit die größte Gefahr für den Fortbestand der Koalition. In der SPD herrscht Alarmstufe Rot. Politischer Selbstmord aus Angst vor dem Tod? Die sogenannte Revisionsklausel im Koalitionsvertrag könnte ein Hebel sein, im Oktober vorzeitig aus dem ungeliebten Regierungsbündnis auszusteigen. Oder eben der große Knall beim SPD-Bundesparteitag im Dezember.

So schleppt sich die Koalition in die Halbzeit. Ob sie es bis zur Ziellinie im Herbst 2021 schafft, ist offen. Dabei kann sich die Bilanz der Groko durchaus sehen lassen. Von knapp 300 Vorhaben, die sich Union und SPD für diese Legislaturperiode vorgenommen haben, sind rund 60 Prozent umgesetzt. Es fehlt also nicht an Tempo, sondern an echter Gemeinsamkeit. Wenn diese Groko gegenwärtig etwas zusammenhält, dann ist es die Angst vor den ungewissen Folgen einer Neuwahl. Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Und eine Regierung braucht Mut für einen Aufbruch.



Quelle: ots/Rheinische Post
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