Foto: Palazzo Chigi / Flickr (CC)
 1-2 Minuten Lesezeit  291 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Ravensburg (ots) - Manchmal scheint es so, als bestehe Deutschlands einziges Problem mit Saudi-Arabien darin, dass Riad einen Blogger auspeitschen lässt. Doch es gibt viele Streitpunkte - und mal ehrlich: Sigmar Gabriel reist doch nicht nach Saudi-Arabien, um dort den inhaftierten Internetaktivisten Raif Badawi freizubekommen. Er wird auch kaum einen Handel vorgeschlagen haben, bei dem die Saudis die geschätzten deutschen Panzer erhalten und Gabriel sich dann damit rühmen darf, den Freiheitsaktivisten aus dem Gefängnis geholt zu haben.

Klöckner betonte: "Bisher war das Vorgehen der Länder hier unterschiedlich - das hat zu verständlichem Unmut bei den Landwirten geführt."
Foto: Lothar Spurzem / CC BY-SA 2.0 DE (via Wikimedia Commons)

Streit um Düngeregeln: Klöckner will Ausweisung roter Gebiete bundesweit vereinheitlichen

80 Wirtschaftsvertreter begleiten den Vizekanzler nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Drei konservative Golfstaaten sind das, unverschämt reich und zuverlässig als Partner. Dass in Gabriels Entourage kein Vertreter eines Rüstungsunternehmens mitreist, ist ein Zeichen, insbesondere an das Königshaus Saud: Da kommt ein wichtiger Geschäftspartner, der keine Panzer mehr verspricht, wohl aber alternative Energietechnologien, moderne Mobilitätskonzepte und ein wenig Demokratie. Das hat eine neue Qualität.

Wenn Gabriel dem neuen König Salman bin Saud sagt, dass die Unterdrückung von Frauen und religiösen Minderheiten die Geschäfte in Zukunft erheblich erschweren könnten, dann ist das Teil einer neuen deutschen Außenpolitik: Deutschland mischt sich ein, es steht nicht mehr abseits und schaut weg, wie so oft in der Vergangenheit.

Zu lange waren die Saudis es gewohnt, dass ihnen unangenehme Gespräche erspart blieben, um die Geschäfte nicht zu gefährden. Wenn das vorbei ist, ist es gut. Heute mag es neben den Geschäften auch um den inhaftierten Blogger gehen, das nächste Mal vielleicht um die aggressive Missionierung saudischer Organisationen in Europa oder um die saudische Unterstützung für Terroristen.

Wichtig für all das bleibt das Gespräch mit den Herrschern in Riad, in Doha und in Abu Dhabi. Wenn deutsche Technologie und deutsches Know-how den mächtigen Männern am Golf so wichtig sind, werden sie zuhören.



Quelle: Schwäbische Zeitung


#mehrNachrichten
Der Green Deal sieht unter anderem vor, dass zehn Prozent der Land- und Meeresflächen in Europa unter strengen Schutz gestellt werden.

Milliardenschäden durch von der EU geplante Flächenstilllegungen

Die Wald- und Landbesitzer in Deutschland sprechen sich vehement gegen mögliche Flächenstilllegungen im Rahmen des von der Europäischen Union geplanten Green Deal aus. "Zehn Prozent...
In Zeiten der Wirtschaftserholung nach dem letztjährigen Pandemieschock darf man sich von üppigen Wachstumsraten nicht blenden lassen.
Foto: Nuno Alberto

Reise rückwärts: Die Konjunkturellen Entwicklung in China

Chinas Industrieproduktion ist im April um fast 10 Prozent gestiegen, die Einzelhandelsumsätze sind um knapp 18 Prozent in die Höhe geschnellt und die Anlageinvestitionen brummen mit 20 Prozent...
Back To Top