Renate Künast
Renate Künast Foto: Grüne Bundestagsfraktion / CC BY 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  292 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Grünen-Politikerin Renate Künast hat dazu aufgerufen, bei der Debatte um bessere Tierhaltung über mehr als Finanzierungsfragen zu diskutieren. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche: "Nur über Geld zu reden ist doch zu kurz gedacht." Es müsse zeitgleich geklärt werden, wie die Ställe der Zukunft überhaupt aussehen sollten. Zudem müsse die Kennzeichnung der Tierwohl-Produkte auf den Verpackungen sichergestellt sein. "Aus diesen Komponenten brauchen wir ein Gesamtkonzept. Sonst kommen wir beim Thema Stallumbau auch nicht voran", sagte Künast.

ThyssenKrupp Quartier in Essen
Foto: Armin von Preetzmann / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Geduldsprobe: Thyssenkrupp

Die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin sagte: "Die gesellschaftliche Betriebserlaubnis für einen Großteil der Ställe, wie es sie heute gibt, ist erloschen." Die Bevölkerung akzeptiere diese Art der Tierhaltung nicht mehr. Das sei die Grundlage, von der aus bessere Tierhaltung diskutiert werden müsse. "Ganz klar ist doch, dass wir den Tieren zunächst einmal mehr Platz einräumen müssen", sagte Künast. Dies bedeute zwangsläufig, dass künftig weniger Tiere gehalten werden müssten. "Es ist unfair, Landwirten zu erzählen, dass wir Tierhaltung in dieser Dimension wie heute künftig noch benötigen."

Neben der rechtlichen Klärung der Haltungsfragen warb Künast für größtmögliche Transparenz auf den Verpackungen. "Auf der Fleischverpackung müssen Haltung und Herkunft dokumentiert sein", sagte Künast. Aus einer Herkunftskennzeichnung könne der Verbraucher ableiten, wie klimafreundlich etwa ein Steak sei. "Kommt es aus Brandenburg oder doch aus Südamerika? Volle Transparenz ermöglicht volle Entscheidungsfreiheit." Auch die Gastronomie habe dann keine Ausreden mehr, den Kunden importiertes Billigfleisch zu servieren.

Zuvor hatte sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace für eine Tierwohlabgabe von bis zu 50 Cent auf jedes Kilogramm Fleisch ausgesprochen. So könne der Umstieg in eine tiergerechtere Haltung finanziert werden, schlug die Organisation vor. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hatte die Diskussion Anfang des Jahres angestoßen. Sie brachte eine Sonderabgabe zum Umbau der Tierhaltung ins Spiel.



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrNachrichten
Der Green Deal sieht unter anderem vor, dass zehn Prozent der Land- und Meeresflächen in Europa unter strengen Schutz gestellt werden.

Milliardenschäden durch von der EU geplante Flächenstilllegungen

Die Wald- und Landbesitzer in Deutschland sprechen sich vehement gegen mögliche Flächenstilllegungen im Rahmen des von der Europäischen Union geplanten Green Deal aus. "Zehn Prozent...
In Zeiten der Wirtschaftserholung nach dem letztjährigen Pandemieschock darf man sich von üppigen Wachstumsraten nicht blenden lassen.
Foto: Nuno Alberto

Reise rückwärts: Die Konjunkturellen Entwicklung in China

Chinas Industrieproduktion ist im April um fast 10 Prozent gestiegen, die Einzelhandelsumsätze sind um knapp 18 Prozent in die Höhe geschnellt und die Anlageinvestitionen brummen mit 20 Prozent...
Back To Top