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Stammzellen aus Nabelschnurblut zunehmend für Regenerative Medizin im Einsatz

Der Stammzelltechnologe Seracell kooperiert mit dem Berlin Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) an der Charité. In zwei Forschungsprojekten soll untersucht werden, ob Nabelschnurblutstammzellen zukünftig bei der Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems, wie Multiple Sklerose, oder bei seltenen Erbkrankheiten, die u. a. die Knochenentwicklung beeinflussen, helfen können.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Wissenschaft.
Foto: PublicDomainPictures / pixabay (CC)

Der Stammzelltechnologe Seracell kooperiert mit dem Berlin Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) an der Charité. In zwei Forschungsprojekten soll untersucht werden, ob Nabelschnurblutstammzellen zukünftig bei der Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems, wie Multiple Sklerose, oder bei seltenen Erbkrankheiten, die u. a. die Knochenentwicklung beeinflussen, helfen können.

Das BCRT forscht zu Erkrankungen des Immunsystems, des Bewegungsapparates und des Herz-Kreislauf-Systems, die bisher nur unbefriedigend behandelt werden können. "Nabelschnurblutstammzellen sind jung, besonders teilungsfreudig und frei von Schädigungen durch Alterung oder Umwelteinflüsse, wie sie bei Zellen Erwachsener zu finden sind. Daher ist Nabelschnurblut eine sehr interessante Quelle für neue Therapieansätze", sagt Prof. Dr. med. Hans-Dieter Volk, Direktor des BCRT.

Bei den Forschungsprojekten, für die das BCRT mit Seracell kooperiert, geht es zum einen um die Etablierung einer Methode zur Isolation und Expansion von regulatorischen T-Zellen aus Nabelschnurblut. Regulatorische T-Zellen sind eine neue Therapieoption zur Behandlung unerwünschter Immunreaktionen, wie Rheuma, Transplantat-Abstoßung oder Multiple Sklerose. Da deren Gewinnung und Expansion aufwendig und für viele Patienten unter Standardtherapie nicht anwendbar ist, stellt sich die Frage nach allogenen Zellquellen gesunder Probanden. Hier bieten sich die unter standardisierten Bedingungen gewonnenen Nabelschnurblutzellen an.

Zum anderen soll eine Methode zur Genmodifikation für gentherapeutische Therapieansätze bei angeborenen Erkrankungen etabliert werden. Das BCRT-Team forscht u.a. an einer angeborenen Knochenwachstumsstörung, bei der Kinder an zu "weichen" Knochen leiden. Im Modellversuch konnten die Wissenschaftler die "Heilung" durch den Transfer gesunder Stammzellen in der Maus zeigen. Diese Technologie soll nun auf menschliche Stammzellen übertragen werden.

Seracell stellt für die Forschung des BCRT aufbereitetes kryokonserviertes Nabelschnurblut zur Verfügung. Gründer Prof. Dr. med. Mathias Freund, ehemals Direktor der Klinik für Hämatologie, Palliativmedizin und Onkologie der Universitätsklinik Rostock, ist sich sicher: "Nabelschnurblutstammzellen werden in der Regenerativen Medizin eine wichtige Rolle spielen - durch eine Einlagerung nach der Geburt sichern Eltern ihren Kindern diese Zellen für die Zukunft."

Über das Berlin Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien an der Charité Berlin (BCRT):

Das BCRT ist ein international anerkanntes, interdisziplinär ausgerichtetes Zentrum, in dem Grundlagenforschung, klinische Forschungsbereiche und Technologieplattformen eng miteinander verknüpft in eine innovative Translationsstruktur ("vom Labor in die Klinik") eingebunden werden. Der Schwerpunkt des BCRT liegt auf der Entwicklung neuer Methoden und Produkte zur Stimulation endogener Regenerationsprozesse durch Biomaterialien, biologisch aktive Faktoren oder Zellen oder Kombinationen daraus, um akute und chronische Erkrankungen des Immunsystems, des Bewegungsapparates und des Herz-Kreislauf-Systems nachhaltig erfolgreich zu behandeln bzw. gar zu heilen.



Quelle: ots/Seracell