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Nuklearmacht Deutschland

Wolfgang Ischinger hält nichts von deutscher Atombombe

Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger (76) hält angesichts des anhaltenden Kriegs in der Ukraine nichts davon, dass Deutschland eine Nuklearmacht wird.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Menschen.
Mit der Einwilligung zur Lieferung schwerer Waffen entfernten sich die Grünen heute von den Grundsätzen der Friedensbewegung, so Ströbele.
Mit der Einwilligung zur Lieferung schwerer Waffen entfernten sich die Grünen heute von den Grundsätzen der Friedensbewegung, so Ströbele.
Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger (76) hält angesichts des anhaltenden Kriegs in der Ukraine nichts davon, dass Deutschland eine Nuklearmacht wird.

"Ich halte diese Diskussion, die hier und da jetzt vom Zaun gebrochen wird, für unheilvoll und kontraproduktiv." Allerdings ist der Diplomat der Meinung, "dass wir angesichts der Lage leider weiterhin eine glaubwürdige nukleare Abschreckung brauchen". Eine deutsche Atombombe hält Ischinger aber nicht für den richtigen Ansatz: "Ich glaube, die deutsche Bombe ist das Falscheste, was uns dazu einfallen könnte. Wir würden uns die ganze Welt zum Feind machen."

Er sieht aber zwei Möglichkeiten, wie der Ukraine-Krieg beendet werden kann. "Die erste Möglichkeit wäre angesichts der Totalkontrolle, welche die russische Führung über die Medien hat, dass Putin erklärt: Wir haben gewonnen. Vielen Dank und jetzt können wir zum nächsten Thema schreiten." Für wahrscheinlicher hält er aber die Möglichkeit, dass der Krieg noch andauern wird. Erst später würden beide Seiten zu dem Ergebnis kommen, "dass sie jeweils ihre territoriale Lage durch weitere militärische Aktivitäten nicht mehr verbessern können und die Stunde der Diplomatie anbricht". Laut Ischinger würden die Ukraine und auch Russland dann bereit sein, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen.

Sorgen macht sich der 76-Jährige wegen des Ukraine-Kriegs auch um die Jüngeren: "Ich wünsche mir, dass die junge Generation einen Weg findet, ihre Hoffnungen, ihren Optimismus und ihre Tatkraft nicht zu verlieren, sondern die eigene Zukunft positiv zu gestalten."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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