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Interview

Margot Käßmann: Wladimir Putin ist ein von Angst besetzter, kranker alter Mann

Margot Käßmann hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "psychisch kranken, alten Mann" bezeichnet. "Wir sehen doch schon an diesen Tischen, dass Wladimir Putin ein von Angst besetzter, psychisch kranker alter Mann ist. Das wird an diesem Detail ja bis zur Lächerlichkeit deutlich.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Menschen.
Zugleich rief Käßmann dazu auf, den Krieg in der Ukraine jetzt nicht dazu zu benutzen, um neue Feindbilder zu schaffen. "Wir sollten aber nicht alle Russinnen und Russen dafür verantwortlich machen. Mir tun diese jungen russischen Soldaten, die zu Tausenden sterben, ebenso leid. Wir müssen im anderen immer den Menschen sehen und dürfen uns durch Feindbilder nicht selbst in innere Konfrontation begeben", forderte Käßmann.
Zugleich rief Käßmann dazu auf, den Krieg in der Ukraine jetzt nicht dazu zu benutzen, um neue Feindbilder zu schaffen. "Wir sollten aber nicht alle Russinnen und Russen dafür verantwortlich machen. Mir tun diese jungen russischen Soldaten, die zu Tausenden sterben, ebenso leid. Wir müssen im anderen immer den Menschen sehen und dürfen uns durch Feindbilder nicht selbst in innere Konfrontation begeben", forderte Käßmann.
Foto: EKS-EERS / CC BY 2.0 (via Flickr)

Margot Käßmann hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "psychisch kranken, alten Mann" bezeichnet. "Wir sehen doch schon an diesen Tischen, dass Wladimir Putin ein von Angst besetzter, psychisch kranker alter Mann ist. Das wird an diesem Detail ja bis zur Lächerlichkeit deutlich.

Mit Vernunft ist da nichts mehr zu machen", sagte die evangelische Theologin und frühere Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" in Anspielung auf die extrem langen Tische, an denen Putin politische Besucher und seine Berater empfängt.

In Wolodymyr Selenskyj, dem Präsidenten der von Russland attackierten Ukraine, sieht Käßmann dagegen das Vorbild einer neuen Männlichkeit. "Ein Beispiel für die neue Männlichkeit ist dagegen Wolodymyr Selenskyj, der sich in T-Shirt und Fleecejacke vor die Kameras stellt und mit extrem guten Reden in den Parlamenten überzeugt. Die Zeit eines Putin und seiner toxischen Männlichkeit ist ebenso vorbei wie die eines Alexander Lukaschenko, des Präsidenten von Belarus, und eines Ramsan Kadyrow, des Präsidenten Tschetscheniens", sagte die Theologin. Auch viele Männer wünschten sich eine solche Macho-Kultur nicht mehr.

Zugleich rief Käßmann dazu auf, den Krieg in der Ukraine jetzt nicht dazu zu benutzen, um neue Feindbilder zu schaffen. "Wir sollten aber nicht alle Russinnen und Russen dafür verantwortlich machen. Mir tun diese jungen russischen Soldaten, die zu Tausenden sterben, ebenso leid. Wir müssen im anderen immer den Menschen sehen und dürfen uns durch Feindbilder nicht selbst in innere Konfrontation begeben", forderte Käßmann. Sie forderte dazu auf, eine gesellschaftliche Debatte zur sicherheitspolitischen Wende in der deutschen Politik einzuleiten. Ihrer Ansicht nach sollte dafür die Tradition der nach dem Mauerfall eingerichteten Runden Tische wiederbelebt werden.

Margot Käßmann verteidigte im Übrigen die Haltung der Gewaltlosigkeit. Mehr Waffen führten nicht zu mehr Frieden, auch nicht in der Ukraine. "Die Rolle der Christinnen und Christen ist aber zu sagen, dass mehr Waffen nicht mehr Frieden schaffen. Im Moment ist das wieder die Meinung einer Minderheit. Ich erlebe selbst gerade viel Spott und Häme für meine Wortmeldungen über Mails und im Internet. Zukunft kann aber nur über Vermittlung, Mediation und Diplomatie gewonnen werden", so Käßmann.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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