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Avi Primor

Netanjahu wird Gaza-Friedensplan nicht zustimmen

Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, erwartet ein Scheitern des von US-Präsident Joe Biden vorgestellten Friedensplan für den Gazakonflikt zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas.

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Menschen.
Der Machterhalt ist hier seine Rückversicherung", so Primor. Man könne sich "auch moralisch kaum vorstellen, wie tiefgreifend der Schaden ist, den diese Regierung für unser Land angerichtet hat", sagte der 89 Jahre alte Ex-Diplomat, der sein Land von 1993 bis 1999 in Bonn und Berlin vertrat.
Der Machterhalt ist hier seine Rückversicherung", so Primor. Man könne sich "auch moralisch kaum vorstellen, wie tiefgreifend der Schaden ist, den diese Regierung für unser Land angerichtet hat", sagte der 89 Jahre alte Ex-Diplomat, der sein Land von 1993 bis 1999 in Bonn und Berlin vertrat.
Foto: Dontworry / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, erwartet ein Scheitern des von US-Präsident Joe Biden vorgestellten Friedensplan für den Gazakonflikt zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas.

"Premier Benjamin Netanjahu wird diesem Plan nicht zustimmen", sagte Primor. Primor begründete dies zum einen mit Druck von Netanjahus rechts-religiösen Koalitionspartnern. Zum anderen stimme Netanjahu selbst mit deren ablehnender Haltung überein, "nicht nur inhaltlich, sondern auch wegen der gegen ihn laufenden Prozesse. Der Machterhalt ist hier seine Rückversicherung", so Primor. Man könne sich "auch moralisch kaum vorstellen, wie tiefgreifend der Schaden ist, den diese Regierung für unser Land angerichtet hat", sagte der 89 Jahre alte Ex-Diplomat, der sein Land von 1993 bis 1999 in Bonn und Berlin vertrat.

Der Bundesregierung empfahl Primor beim Versuch der Einflussnahme auf Israels Agieren im Gazastreifen ein koordiniertes Vorgehen mit den anderen europäischen Mächten und insbesondere mit den USA. "Nach allem, was Deutschland über die Jahrzehnte hinweg für Israel getan hat, kann sich die Bundesregierung eine unverblümte Positionierung leisten." Politische Schritte gegen Israel sollte sie aber nicht initiieren. "Das ginge zu weit und stieße in Israel auf breites Unverständnis." Für die Kritik am Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen hätten die Israelis in ihrer Mehrheit kein Verständnis. "Sie sehen aber auch nicht, was wir dort tun. Unser Fernsehen zeigt die Gräuel nicht. Natürlich könnten die Israelis ausländische Fernsehprogramme verfolgen oder sich im Internet informieren. Aber das geschieht nicht. Bei uns geht es ausschließlich um das Schicksal der Geiseln und ihrer Familien." Deren Leid berühre die Menschen in Israel aufs Intensivste. "Weiter denken sie aber nicht."

Primor warnte vor der Gefahr eines zunehmenden Antisemitismus auch in Deutschland. "Die angestammte deutsche Bevölkerung schätze ich heute nicht antisemitischer gesinnt ein als früher. Das ist beherrschbar. Allerdings sind viele Menschen mit Migrationshintergrund hinzugekommen, oftmals Muslime. Die bringen gegenüber den Juden und gegenüber dem Staat Israel eigene Vorstellungen mit."

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Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger