Mittwoch, 05 Aug 2020
Foto: Sebastian Heidelberger / NDR / MDR
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Der 55. Grimme-Preis 2019 in der Kategorie "Information & Kultur" geht an die MDR-Koproduktion "Die Story im Ersten - Am rechten Rand". Das teilte das Grimme-Institut am heutigen Dienstag, 26. Februar, mit. Die Jury lobte die Dokumentation von NDR und MDR als beste und differenzierteste Reportage, die bisher über die AfD im deutschen Fernsehen zu sehen war.

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Foto: Pexels / CC0 (via Pixabay)

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In der Dokumentation "Die Story im Ersten - Am rechten Rand" wird gezeigt, wie sich die AfD immer weiter für Akteure vom rechten Rand öffnet und wie der rechte "Flügel" der Partei immer stärker an Macht gewinnt. Jana Merkel (MDR) und Michael Richter (NDR) haben für die Reportage recherchiert, wie tief führende AfD-Politiker in rechtsradikale Netzwerke eingebunden sind. Dabei ist ein Film entstanden, der durch Interviews und Analysen eine parteipolitische Strategie entlarvt, die darauf setzt, rechtsradikale Ideologie durch sprachliche Verschleierung salonfähig zu machen und auf diesem Weg breite, bürgerliche Kreise anzusprechen. Für ihre Arbeit haben die beiden Fernsehjournalisten jetzt den Grimme-Preis 2019 in der Kategorie "Information & Kultur" erhalten. "Die Story im Ersten - Am rechten Rand" von NDR und MDR wurde erstmals am 15. Oktober 2018 im Ersten ausgestrahlt.

"Beste Reportage über die AfD" - Was die Jury sagt

Für die Jury des Grimme-Preises ist der MDR-Journalistin Jana Merkel und dem NDR-Journalisten Michael Richter "die beste, und das bedeutet: konzentrierteste, informativste und differenzierteste Reportage über die AfD gelungen, die im deutschen Fernsehen bisher zu sehen war. Sie gehen ihrer Leitfrage auf eine angemessen sachliche und nüchterne Weise nach - sogar noch in Situationen, in denen sie selbst von rechtsextremen AfD-Sympathisanten auf eine unsachliche und aggressionsentfesselte Weise attackiert werden." Nach Ansicht der Grimme-Jury sei das vorbildlich für jeden weiteren Umgang des deutschen Fernsehjournalismus mit diesem Thema. "Jana Merkel und Michael Richter bleiben bei der Sache: Sie decken auf, dass sich selbst AfD-Politiker der ersten Reihe ultrarechte Themen und Meinungen aneignen und mitunter im neuen sprachlichen Gewand präsentieren und dabei ihr Ziel im Blick halten, breite Bevölkerungsteile anzusprechen." Für die Jury des Grimme-Preises 2019 "besticht die Reportage durch einen wohlüberlegten, sowohl analytischen als auch selbstreflektierten Umgang mit Sprache." Das sei politische Aufklärung auf höchstem Niveau.

Der Grimme-Preis zählt zu den renommiertesten Fernseh-Auszeichnungen in Deutschland. Die Verleihung des 55. Grimme-Preises findet am 5. April 2019 im Theater der Stadt Marl statt. Hintergrundinformationen gibt es unter www.grimme-preis.de.



Quelle: ots/MDR
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