#zeitfokus.

Mittwoch, 01 Apr 2020
Joachim Gauck
Joachim Gauck Foto: Bankenverband / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  284 Worte im Text  vor 145 Tagen
Gauck könnte AfD nie wählen und hält sie für verzichtbar. Alt-Bundespräsident Joachim Gauck könne die AfD niemals wählen und halte sie sogar für verzichtbar. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sprach sich Gauck für Akzeptanz eines legitimen Konservatismus aus: Wenn sich heute viele Menschen einer rechtspopulistischen Partei zuwendeten, sei dieser Protest wohl "zum Teil so etwas wie ein lautstarkes Veto konservativer Milieus", die sich gegen eine jahrelange Dominanz des linksliberalen Denkens wehrten nach dem Motto: "Warum haben die immer das Sagen - mit ihren teils überzogenen Fortschrittsideen, etwa in Bezug auf eine gendergerechte Sprache oder die Fokussierung auf immer neue Opfergruppen?". Der Alt-Bundespräsident verteidigte seinen Appell zu einer "erweiterten Toleranz". Die ihm unterstellte Anbiederung an die AfD sei "natürlich Unfug". Er meine vielmehr einen erweiterten Debattenraum ohne verfrühte Abgrenzungen. "Wenn allerdings schon Meinungen, die ein wenig rechts der Mitte sind, gleich als gefährlich für die Demokratie charakterisiert wurden oder werden, engt das den Debattenkorridor ein." Zudem ruft Gauck die Deutschen auf, weniger über die Minderheit der Demokratieverächter zu sprechen. "Die Mehrheit der Ostdeutschen wählt die Parteien, die zur demokratischen Mitte zählen. Aber wir sprechen meistens über die Minderheit der Ostdeutschen, die nach 1990 gern aus Protest links außen und heute eher rechtsextrem gewählt haben, oder über die, die der Demokratie fremd oder gar feindlich gegenüberstehen. Das ist eine Einstellung, die wir unbedingt überwinden müssen." Dass verunsicherte Menschen einfachen Parolen von Populisten folgten, sei nicht verwunderlich, sagte Gauck unter Verweis auf andere europäische Staaten. "Es ist eben kein sozialer Notstand, der den Populismus stark macht, sondern es ist die Furcht vieler Menschen davor, dass die Moderne sie überfordert, dass sie sie heimatlos macht und dass sie das Gefühl haben: Was mir vertraut ist, das kommt mir abhanden." Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck könne die AfD niemals wählen und halte sie sogar für verzichtbar. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sprach sich Gauck für Akzeptanz eines legitimen Konservatismus aus: Wenn sich heute viele Menschen einer rechtspopulistischen Partei zuwendeten, sei dieser Protest wohl "zum Teil so etwas wie ein lautstarkes Veto konservativer Milieus", die sich gegen eine jahrelange Dominanz des linksliberalen Denkens wehrten nach dem Motto: "Warum haben die immer das Sagen - mit ihren teils überzogenen Fortschrittsideen, etwa in Bezug auf eine gendergerechte Sprache oder die Fokussierung auf immer neue Opfergruppen?".

empty alt
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Die CDU braucht Rezepte - Mittel gegen den politischen Kraftverlust finden

Der Alt-Bundespräsident verteidigte seinen Appell zu einer "erweiterten Toleranz". Die ihm unterstellte Anbiederung an die AfD sei "natürlich Unfug". Er meine vielmehr einen erweiterten Debattenraum ohne verfrühte Abgrenzungen. "Wenn allerdings schon Meinungen, die ein wenig rechts der Mitte sind, gleich als gefährlich für die Demokratie charakterisiert wurden oder werden, engt das den Debattenkorridor ein."

Zudem ruft Gauck die Deutschen auf, weniger über die Minderheit der Demokratieverächter zu sprechen. "Die Mehrheit der Ostdeutschen wählt die Parteien, die zur demokratischen Mitte zählen. Aber wir sprechen meistens über die Minderheit der Ostdeutschen, die nach 1990 gern aus Protest links außen und heute eher rechtsextrem gewählt haben, oder über die, die der Demokratie fremd oder gar feindlich gegenüberstehen. Das ist eine Einstellung, die wir unbedingt überwinden müssen." Dass verunsicherte Menschen einfachen Parolen von Populisten folgten, sei nicht verwunderlich, sagte Gauck unter Verweis auf andere europäische Staaten. "Es ist eben kein sozialer Notstand, der den Populismus stark macht, sondern es ist die Furcht vieler Menschen davor, dass die Moderne sie überfordert, dass sie sie heimatlos macht und dass sie das Gefühl haben: Was mir vertraut ist, das kommt mir abhanden."



Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung
#mehrGesellschaft
Die Einschätzung des Robert-Koch-Institutes, es könnten sich binnen drei Monaten zehn Millionen Menschen anstecken, "ist realistisch".
Foto: Sangga Rima Roman Selia

Helmholtz-Chefepidemiologe fordert Strategiewechsel im Kampf gegen Coronavirus

Helmholtz-Chefepidemiologe Gérard Krause hat angesichts der hochschnellenden Fallzahlen einen Strategiewechsel im Kampf gegen die Corona-Pandemie gefordert. Es werde nicht mehr rechtzeitig gelingen,...
empty alt
Foto: ResoluteSupportMedia / CC BY 2.0 (via Flickr)

Nur eine kleine humanitäre Geste

Das Jahr 2015 mit fast einer Million in Deutschland aufgenommenen Flüchtlingen hat auch bei der großen Koalition Spuren hinterlassen. Wie tief sie sind, zeigt der dürre Beschluss des...
Die Gütersloher Denkfabrik hatte im vergangenen Juli die Empfehlung zu einer Halbierung der Klinikanzahl herausgegeben.
Foto: fernando zhiminaicela / CC0 (via Pixabay)

Halbierung der Klinikanzahl: Bertelsmann-Stiftung verteidigt umstrittene Studie

Trotz des grassierenden Coronavirus hat die Bertelsmann-Stiftung ihre Studie zu einer weitgehenden Verringerung der Anzahl deutscher Krankenhäuser verteidigt. In einem Gespräch mit der in Bielefeld...
Corona-Schockstarre, Bevölkerung macht Hamsterkäufe und läuft mit Schutzmasken durch die Gegend.
Foto: falco / CC0 (via Pixabay)

Bundesweite Schulschließungen wären "hysterische Überreaktion"

Kassenarztchef Andreas Gassen hat scharfe Kritik an wiederholten Rufen nach "Corona-Schulferien" geübt: "Bei wenigen Hundert Infizierten in Deutschland wären bundesweite Schulschließungen eine...
Langfristig könnten eine Viertelmillion Menschen am Coronavirus sterben.
Foto: P.J.L Laurens / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Charité-Virologe Drosten: Es wäre mit 278.000 Corona-Todesopfern zu rechnen

Der Chef-Virologe der Berliner Charité hält es für möglich, dass in Deutschland langfristig eine Viertelmillion Menschen am Coronavirus sterben werden. Das Virus werde sich erst dann nicht weiter...
Der Lohnstückkostenunterschied zwischen dem Euroraum und Deutschland ist im Jahr 2018 auf acht Prozent gestiegen.
Foto: Piqsels CC0

Teures Arbeiten

Die deutsche Industrie schultert im internationalen Vergleich nach wie vor hohe Kosten: Im Ausland produzieren Unternehmen rund 13 Prozent weniger arbeitskostenintensiv als in Deutschland, zeigt...
Viele Selbstständige arbeiten in der Kreativbranche wie Musiker, Musiklehrer, Künstler, Fotografen und Journalisten.
Foto: Stefan Grage

Corona-Krise: Linken-Politikerin fordert Unterstützung für 2,2 Millionen Solo-Selbstständige

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann, sieht die 2,2 Millionen Selbstständigen, die keine Mitarbeiter beschäftigen, durch die Corona-Krise akut in...
Back To Top