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Flugzeugabsturz im Iran: Der Sinn im Absurden

Foto: Jürg Vollmer / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

Meinung
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Flugzeugabsturz im Iran: Der Sinn im Absurden

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Jeder Flugzeugabsturz ist schrecklich - sei er auf einen technischen Defekt oder einen gezielten Anschlag zurückzuführen. Aber ein Flugzeugabsturz durch einen Abschuss "aus Versehen" wäre an schrecklicher Absurdität nicht mehr zu überbieten. Sollte sich der Verdacht eines fatalen Irrtums bestätigen, wäre der vorläufige Höhepunkt der Zuspitzung in dem eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran erreicht.

176 Tote "aus Versehen" - wenn die weitere Eskalation das Ziel ist, kann ein solcher Vorfall wie ein Brandbeschleuniger wirken. Aber auch der gegenteilige Effekt ist denkbar. Denn zumindest für die iranische Seite ist der sich verhärtende Verdacht ein Desaster: Unter den Opfern von Teheran befinden sich 82 Iraner. Ein Land aber, dessen Luftabwehr in Erwartung von Gegenschlägen auf den Raketenbeschuss der US-Luftwaffenstützpunkte im Irak eigene Landsleute abschießt, droht den Rückhalt in der Bevölkerung zu verspielen, auf den es nach der Tötung Soleimanis gebaut hatte.

Schon zeichnen sich durch den internationalen Druck und die Forderung nach Aufklärung diplomatische Verbindungen wider Willen ab. Der Iran beharrt zwar noch auf seiner Darstellung eines technischen Defekts als Ursache, lässt aber nun doch Experten aus den USA, Kanada, Frankreich und der Ukraine ins Land, um gemeinsam die Hintergründe des Absturzes zu ermitteln.

Allein dieser Vorgang hat eine zumindest vorläufig entschärfende Wirkung auf den politischen Konflikt. Wer zusammen ermittelt, muss sich zwangsläufig im Umgang miteinander mäßigen. Zugleich wächst mit jedem persönlichen Detail, das über die so unbeteiligten wie unschuldigen Absturzopfer bekannt wird, ihre mahnende Wirkung auf alle Kriegstreiber. Das wäre in allem absurden Schrecken noch der größte Sinn, den man ihrem Tod beimessen könnte.



Quelle: ots/Westdeutsche Zeitung
259 Wörter im Bericht.

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