Dienstag, 22 Sep 2020
Emmanuel Macron
Emmanuel Macron Foto: Remi Jouan / CC BY 4.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  254 Worte im Text  vor 218 Tagen

Auch in einer engen und lange guten Partnerschaft kann man sich auseinander leben. Die USA und Europa machen seit einiger Zeit eine Phase durch, in der sie im nun 71. Jahr die transatlantischen Beziehungen neu justieren. Die USA unter Führung von Präsident Nummer 45 haben ihr Interesse an Europa merklich zurückgefahren.

Die Nato war lange Zeit eine Restrisikoversicherung für ihre mittlerweile 29 Mitgliedsstaaten. Niemand würde es wagen, dieses mächtigste Militärbündnis der Welt anzugreifen, so die Erwartung. Der Bündnisfall, ausgelöst durch die Anschläge vom 11. September 2001, war der Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Europa hat mehrere Konflikte vor der eigenen Haustür, mindestens in Reichweite. Doch sowohl in Syrien wie auch in Libyen hat die EU bisher jämmerlich versagt. Seit neun Jahren toben dort Bürgerkriege, teilweise geschürt durch ausländische Mächte. Allen voran Russland hat die Schwäche der EU, die uneins, unentschlossen, zögerlich ist, ausgenutzt und einen strategischen Fußabdruck in Nordafrika gesetzt. Deutsche und europäische Außenpolitik ist sehr gut im Beschreiben von Problemen, aber zu inaktiv, wenn es darum geht, einer destruktiven Dynamik wie etwa in Syrien entschlossen entgegenzutreten.

In einer Welt, in der autoritäre Regime zunehmend aggressiv auftreten und die regelbasierte Ordnung mit Füßen treten, ist das westliche Modell in der Defensive. Europa muss sich dringend um seine eigene Sicherheits- und Verteidigungspolitik kümmern. Geeint, geschlossen, entschlossen. Die Nato bleibt weiter unverzichtbarer Bestandteil europäischer Sicherheit. Der strategische Dialog in Europa, den Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angemahnt hat und den Deutschland bis heute schuldig geblieben ist, ist notwendig. Nicht gegen Trump, sondern wegen Trump.



Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrGesellschaft
Über 20 Jahre an der Macht. Vladimir Putin und Alexander Lukashenko
Foto: Kremlin.ru / CC-BY 4.0 (via Wikimedia Commons)

Eine Frage der Zeit

Die Zeit läuft. Vielleicht läuft sie auch ab - für einen Autokraten. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat einen beeindruckenden Gegner: sein eigenes Volk, das nach dem mutmaßlich...
Angela Merkels Kanzlerschaft ist nach 15 Jahren so ungefährdet wie nie.
Foto: EU2017EE Estonian Presidency / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Merkels selbstbefreites Regieren

Angela Merkel würde es wieder so machen. Sie würde, wie sie deutlich macht, auch heute nicht die Grenzen schließen, wenn Zehntausende Flüchtlinge davor stünden. Für die Kanzlerin bleibt es eine...
Der sonst so nüchternen Kanzlerin war der Kragen geplatzt wegen der Sturköpfigkeit manch eines Landesoberhaupts.
Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Pandemie-Regeln: Mehr Einheitlichkeit ist gefragt

Rückblick auf den Frühsommer: Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder trafen sich im Zwei-Wochen-Rhythmus, um im Kampf gegen Corona eine gemeinsame Linie zu finden. Doch Gemeinsamkeit war oft mehr...
"Es wäre vielleicht schön, wenn Greta nicht alles so negativ sähe, sondern auch mal etwas Positives sagen würde. Manchmal ist es besser, eine Lösung anzubieten, als immer nur anzuprangern."
Foto: Lëa-Kim Châteauneuf / CC-BY 4.0 (via Wikimedia Commons)

Lob und Tadel für Greta Thunberg

Laura Dekker (24), niederländisch-neuseeländische Seglerin, die 2012 als jüngster Mensch aller Zeiten eine Solo-Weltumrundung abschloss, sieht die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg (17)...
Back To Top