Freitag, 27 Nov 2020
Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist.
Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist. Foto: SPD Berlin/ Joachim Gern / CC BY 4.0 via Wikimedia Commons
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Ein blauer Fleck wird bleiben. Für eine Spitzenpolitikerin ist es nie schön, wenn ihr unsaubere Arbeit vorgehalten wird, und sei es in einer vor zehn Jahren erstellten Dissertation, als sie noch eine kleine Referentin im Bezirksamt Neukölln war.

Jutta Krellmann
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

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Franziska Giffey tut jetzt das einzig Richtige. Sie wird selbst aktiv und verzichtet darauf, ihren umstrittenen Doktortitel weiterhin zu führen. Zurückgeben kann sie den akademischen Grad zwar formaljuristisch nicht. Wer aber solche Spitzfindigkeiten gegen eine bei vielen Menschen beliebte Politikerin ins Felde führt und den Rücktritt wegen eines womöglich abzuerkennenden Doktortitels fordert, wird bei vielen Bürgern eher eine Solidarisierung mit der Angegriffenen erzeugen.

Man kann Giffey vorhalten, dass sie nicht eher diesen Schritt gegangen ist. Schon der Freispruch zweiter Klasse, also die Rüge der Freien Universität für ihre unsaubere Zitierweise, hätte sie bewegen können, nicht auf ihrem Titel zu bestehen. Aber jetzt hat sie sich endgültig von den undurchsichtigen Vorgängen frei gemacht, die an der Universität selbst zu dem angekündigten zweiten Verfahren geführt haben.

Entscheidend für Giffey ist, dass ihre Partei hinter ihr steht. Daran kann spätestens seit diesem Freitag kein Zweifel bestehen. Berlins SPD wird Giffey in zwei Wochen zur Landesvorsitzenden wählen und sie bald darauf zur Spitzenkandidatin ausrufen. Dann kann der politische Wettstreit darüber beginnen, wer die besten Ideen für Berlin hat und wer als Person überzeugt. Franziska Giffey muss sich gegenüber den anderen Bewerbern um das Rote Rathaus nicht verstecken. Die Bürger können den Makel mit der Doktorarbeit mit anderen Kritik- und Pluspunkten abwägen. Aber er wird nicht den Wahlkampf bestimmen. Das ist für Berlin eine gute Nachricht.

Quelle: ots/Berliner Morgenpost
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